FORGLAS

BAYERISCHER FORSCHUNGSVERBUND GLASMATERIALIEN FüR ENERGIEFFIZIENTE GEBäUDETECHNIK

  „In Zukunft erzeugen Gebäude Energie, anstatt sie nur zu verbrauchen" – für dieses ehrgeizige Ziel entwickelt der Forschungsverbund FORGLAS  neue glasbasierte Multifunktionswerkstoffe. Diese sollen nicht nur in Neubauten zum Einsatz kommen sondern auch helfen, Altbauten günstig von Energieschleudern in Energiesparer zu verwandeln. Zusätzlich gibt die Forschungsarbeit der heimischen Glasindustrie eine dringend benötigte Perspektive für die Zukunft.

 

Glas hat als Werkstoff besonderes Potential Sonnenlicht als Energiequelle direkt zu nutzen. Daher sollen Eigenschaften wie Reflexion, Transmission oder Wellenlängenkonversion gezielt eingestellt und mit weiteren Funktionen, wie Photokatalyse, Hydrophilie, Biozidität kombiniert werden um damit neue Materialien zu erhalten, die bislang meist getrennt entwickelte Gebäude-, Glas- und Photovoltaik-Technologien synergetisch integrieren.

 

In den nächsten drei Jahren wird der Verbund, in dem fünf wissenschaftliche Institute (drei Lehrstühle der Universität Bayreuth, die Universität Erlangen und das Fraunhofer Institut in Würzburg) und 13 Unternehmen aus der gesamten Glaswertschöpfungskette zusammenarbeiten, multifunktionale Werkstoffe aus Glas für energieeffiziente Gebäudetechnologien entwickeln.

 

Die Verbundpartner von FORGLAS bearbeiten in den Arbeitsgruppen „Spezielle Halbzeuge für Licht- und Wärmemanagement", „Glasentwicklung und -verarbeitungstechnologien" und „Querschnittsthemen" insgesamt zehn Teilprojekte, um dabei folgende ehrgeizige Ziele umzusetzen

″           Neue Glaswerkstoffe entwickeln, die den Energiehaushalt von Gebäuden deutlich und nachhaltig verbessern.

″           Neue Oberflächenbehandlungen ausarbeiten, die bestehende Glaswerkstoffe signifikant verbessern und sich aus ökologischer sowie ökonomischer Sicht in großem Maßstab realisieren lassen.

″           Prozesse entwickeln, mit denen sich bekannte oder neue Glassorten zu Halbzeugen und Additiven wie Mikrokugeln, Flakes und Fasern verarbeiten lassen, die als Basis für neue Produkte und Anwendungen dienen.

″           Beschleunigte Belastungstests entwerfen, die das Verhalten der neuen Werkstoffe und Produkte unter realen Umweltbedingungen simulieren. Auf dieser Grundlage lässt sich die Langzeitstabilität der Produkte verbessern.

 

Für die Umsetzung dieser Ziele ist FORGLAS bestens gerüstet: Der Verbund hat Zugriff auf eine Schmelz-Screening-Anlage, einen Mini-Melter und angeschlossene Verarbeitungsanlagen – das ist im institutionellen Umfeld europaweit einmalig. Durch diese sehr nah an eine reale Industrieproduktion angelehnte wissenschaftlich-experimentelle Ausstattung zur Herstellung und Verarbeitung von Glas schlägt FORGLAS erstmals die Brücke zwischen Grundlagenforschung und Produkt- sowie Prozessoptimierung.

Die Bayerische Forschungsstiftung unterstützt das Vorhaben mit einem Budget von 2,2 Mio. Euro. Weitere 3,2 Mio. Euro steuern die 13 Industriepartner bei, die mehrheitlich mittelständisch sind.

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16.01.2013 Abschluss-Kolloquium "Glasmaterialien für energieeffiziente Gebäudetechnik"
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