ZUKUNFT IM BRENNPUNKT Band 5 - 2006

Wissenschaftler aus den Forschungsverbünden:
Ihre Visionen, Prognosen, Trends
(alle Artikel als pdf zum downloaden)

Dank
Unser herzlicher Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst für die großzügige Unterstützung.

Vorwort
von Prof. Dr. Jürgen Mittelstrass
Präsident der Academia Europaea (London) und Vorsitzender des Österreichischen Wissenschaftsrates
Download PDF


WELT DER KULTUR

N€IN ZU EUROPA
Kenneth Hanshew und Walter Koschmal

Vor der Volksabstimmung über den Beitritt der Tschechischen Republik in die Europäische Union im Jahre 2003 kochten die Emotionen hoch. Alte und uralte Stereotypen wurden wieder zum Leben erweckt, vor allem um Stimmung gegen den Beitritt zu machen: Die „Euroskeptische Initiative“, eine Vereinigung konservativer politischer Gruppen, entfachte ihre Wahlkampagne N€.

Download PDF


DRAHTSEILAKT MIT NETZ – INVESTITIONEN IN RUSSLAND

Dirk Holtbrügge und Jonas F. Puck

Berichte über die russische Wirtschaft nehmen in deutschen Medien seit langem einen breiten Raum ein. Zumeist überwiegen dabei allerdings negative Meldungen. Berichte über die „Yukos-Affäre“ mit der Verhaftung von Michail Chodorkowskij, die kurzfristige Einstellung von Gaslieferungen an die Ukraine oder den Einstieg von Altkanzler Gerhard Schröder als Aufsichtsratsvorsitzender der North European Gas Pipeline (NEGP), einem Joint Venture der deutschen Unternehmungen E.ON und BASF mit der russischen Gasprom, zeichnen ein wenig marktwirtschaftliches und schwer durchschaubares Bild des Landes und seiner Wirtschaft.
Download PDF


LOGISTIK UND GALILEO

Peter Klaus

50 000 Artikel in den Regalen eines Großmarkts – jeden Tag stückgenau aufgefüllt, präzise kontrolliert und dokumentiert für Sicherheit und Frische, vom Acker des Landwirts bis an die Scannerkasse, dabei außerordentlich kosteneffizient! Ein über das Internet georderter Dell-PC – oder das individuell gebaute BMW-Automobil – nach wenigen Tagen geliefert in einer einzigartigen Kombination von Technik, Leistungsmerkmalen und Farben, die der Kunde für sich gewählt hat – zusammengebaut in „schlanken“ Fabriken aus Teilen und Komponenten, die für dieses Produkt aus der ganzen Welt zeitpunktgenau („just-in-time“) und entsprechend der Produktionsreihenfolge für die Montagelinie („just-in-sequence“) zusammengeführt werden! Eine seltene Blutkonserve, die in 18 Stunden aus einer amerikanischen Blutbank an einen beliebigen Ort der Welt gebracht ist, um das Leben eines Unfallopfers zu retten! Ohne funktionierende, effiziente, weltumspannende Logistiksysteme wären diese – und unzählige andere – Leistungen nicht verfügbar, die heute zu Selbstverständlichkeiten des modernen Lebens geworden sind.
Download PDF



WELT DER INFORMATION


JOHNNIE UND LOLA
Heinz Ulbrich

Johnnie ist kein Romantiker mit Gitarre am Lagerfeuer, Johnnie ist ein Laufroboter, zweibeinig und autonom. Er kann auf ebenem und unebenem Boden gehen und sich sogar in Kurven legen. Was für den Menschen die meiste Zeit seines Lebens trivial ist, nämlich sich mit schnellen, dynamischen und stabilen Schritten fortzubewegen, erfordert für das mechanische „Ebenbild“
einen erheblichen Aufwand an ausgefeilten Antrieben, Sensoren und Regelungstechniken.
Download PDF


BITTE RECHT FREUNDLICH
Matthias Wimmer und Simone Hämmerle

Jeder, der Fahrkartenautomaten nutzt oder Online-Banking betreibt oder sich auch nur nach den Einreisebestimmungen bei einem Konsulat erkundigen will kennt die Situation: Nach unzähligen Klicks, unverständlichen Eingabeaufforderungen, Fehlermeldungen und Abbrüchen möchte man das Terminal am liebsten vor das blecherne Schienbein treten. Oft sind elektronische Geräte schwierig zu bedienen: Informationsterminals haben nur wenige Tasten am Rand des Bildschirms, andere Geräte haben nur eine klein oder gar keine Anzeige. Die Bedienung der modernen Errungenschaften ist keineswegs intuitiv, benutzer- oder situationsangepasst. Viel angenehmer wäre es, wenn die Kommunikation mit den technischen Geräten genauso einfach verliefe wie mit Kollegen oder Freunden.
Download PDF


WELT DES LEBENS


GIB BSE KEINE CHANCE
Monika Pischetsrieder

Mitte der 80er Jahre traten in Großbritannien die ersten Fälle von BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) bei Rindern auf. Erkrankte Tiere zeigen zunächst ein schreckhaftes und aggressives Verhalten, das bald von massiven motorischen Störungen begleitet wird. Die Krankheit endet immer tödlich – durch eine schwammartige Zersetzung des Gehirns. Noch immer ist es nicht möglich, eine BSE-Erkrankung im Frühstadium und am lebenden Tier zu diagnostizieren. Trotzdem gibt es Hoffnung für Fleischfans: Ein neues Testverfahren deckt Schlampereien und Unregelmäßigkeiten im Umgang mit nicht zugelassenen Fleischbestandteilen in Lebensmitteln auf und stärkt den Verbraucherschutz.
Download PDF


DER KAMPF GEGEN INFEKTIONSKRANKHEITEN

Jürgen Heesemann

Infektionen sind übertragbare Erkrankungen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Europa periodisch heimgesucht von den großen Seuchen wie Pest, Cholera, Ruhr, Typhus und anderen, damals noch wenig charakterisierten Infektionen. Sie galten oft als Geißeln der Menschheit und Strafe Gottes für sündhaftes Verhalten. Diese Wahrnehmung veränderte sich drastisch, als es Robert Koch gelang, den ursächlichen Zusammenhang zwischen Infektionskrankheiten und bestimmten Mikroorganismen
(Infektionserreger) eindeutig aufzudecken. 1883 konnte er bei der Choleraepidemie in Ägypten zeigen, dass kommaförmige Bakterien (Kommabakterien/Vibrio cholerae), die das Trinkwasser verunreinigten, nach oraler Aufnahme beim Menschen einen wässrigen Durchfall verursachten (Abgabe von bis zu 20 Liter Darminhalt, Cholera, griech.: Traufe).
Download PDF


ADULTE STAMMZELLEN FÜR DEN MORBUS PARKINSON

Beate Winner, Ulrich Bogdahn und Jürgen Winkler

1817 veröffentlichte der britische Arzt, Apotheker und Paläontologe James Parkinson (1755 - 1824) sein bekanntestes medizinisches Werk „An Essay on the Shaking Palsy“ (Eine Abhandlung über die Schüttellähmung).
Er beschrieb erstmals Patienten mit einem auffälligen Zittern (Ruhetremor), das er als „Schüttellähmung“ bezeichnete. Vermutlich verwandte der französische Psychiater Jean-Martin Charcot (1825 - 1893) den Ausdruck „Parkinson-Krankheit“ für die neurologische Erkrankung 1884 zum ersten Mal. Heute leiden allein in Deutschland mehr als 250 000 Menschen unter dieser Erkrankung, das sind rund 1 % der über 55-Jährigen. Die Parkinson-Krankheit ist die häufigste Bewegungserkrankung und verläuft chronisch über mehrere Jahrzehnte – wie auch die Alzheimer-Demenz. Durch die sich abzeichnende demografische Entwicklung rechnen die mitteleuropäischen Industrieländer mit einer Verdopplung der Anzahl von Parkinsonerkrankungen alle fünf Jahre. Die Krankheit beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich und belastet auch die Angehörigen stark. Für die Gesellschaft wird die zunehmende Zahl von Parkinson-Patienten zu einer kaum zu bewältigenden gesundheitspolitischen Herausforderung. Neue wirksame und zugleich kostengünstige Therapien sind das Ziel der aktuellen Forschungsarbeiten.

Download PDF


WELT DER MATERIE


NEUE KRAFTWERKE BRAUCHT DAS LAND!

Hartmut Spliethoff

Der weltweite Strombedarf steigt in den nächsten 30 Jahren voraussichtlich auf das Doppelte und erfordert deshalb den Bau von Stromerzeugungsanlagen mit einer elektrischen Leistung von 5000 GW. Erneuerbare Energien werden den gestiegenen Strombedarf auch in 50 Jahren nicht alleine decken können und die fossilen Reserven müssen weiter die Stromversorgung sichern. Neue Kraftwerke auf der Basis fossiler Brennstoffe stehen nicht nur vor hohen Anforderungen hinsichtlich Ressourcenschonung, sondern auch im Hinblick auf Umweltfreundlichkeit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Großkraftwerke müssen zudem die fluktuierende Stromeinspeisung durch erneuerbare Energien ausgleichen. Die Kraftwerksindustrie verfolgt mittelfristig die Strategie, die Effizienz der Energiewandlung zu erhöhen und langfristig CO2-freie Kraftwerke zu entwickeln.
Download PDF


COOLE CHIPS FÜR HEIßE ELEKTRONIK

Doris Schmitt-Landsiedel

Alles begann mit dem Wunschnach immer leistungsfähigeren Rechnern. Heute durchdringt die Mikroelektronik alle Bereiche unseres Lebens und wird es in Zukunft noch mehr tun. Darin schlummert auch ein gewaltiges Innovationspotenzial. Die Strukturen auf einem Chip sind inzwischen kleiner als 100 nm; die produktionstechnische Evolution vollzieht den Schritt von der Mikroelektronik zur Nanoelektronik. Je kleiner die Strukturen, je höher die Anzah von Transistoren auf einem Chip ist, umso höher ist nicht nur die Rechenleistung sondern leider auch der Energieverbrauch. Diese so genannte Verlustleistung wirkt sich negativ auf die Kosten und die mögliche Betriebsdauer batteriebetriebener Geräte aus und hält mit den gestiegenen Anforderungen an Qualität und Mobilität moderner Informationstechnologien nicht Schritt. Neue Schaltungen und Architekturen sind deshalb notwendig, die jede Möglichkeit zur Leistungseinsparung nutzen.

Download PDF


VOLLE LEISTUNG MIT KALTEN ELEKTRONEN

Jochen Mannhart

Die Vision ist fast 100 Jahre alt: Der niederländischer Physiker Heike Kamerlingh Onnes entdeckte 1911 die Supraleitung und träumte von extrastarken Magneten und von Kabeln, die elektrischen Strom ohne Verluste über Hunderte von Kilometern transportieren. Seither schwankt die Geschichte der Supraleiter zwischen Euphorie und großer Enttäuschung. Allen Schwierigkeiten und auch Unkenrufen zum Trotz sind die Supraleiter jedoch nicht in der Versenkung verschwunden. Die Industrie hat die größten Materialprobleme überwunden und die Chancen, dass Supraleitung bald zum Alltag gehört, stehen gut.

Download PDF


LANGES LEBEN FÜR WERKZEUGE
Murat Arbak und Kay Wagner

Globalisierung und Öffnung der Märkte in Osteuropa und Südostasien setzen den Maschinenbau und da vor allem den Werkzeugbau gewaltig unter Druck. Die Werkzeuge von morgen müssen nicht nur flexibel einzusetzen sein, sondern dabei auch noch höchst präzise arbeiten. Sie sollen ohne Qualitätseinbuße über viele Produktzyklen und lange Zeiträume hinweg ihren Dienst zuverlässig und preiswert in der Herstellung sowie im Unterhalt verrichten. Lange Stillstandzeiten der Produktionsstraßen, weil die Maschinen aufwändig an ein neues Produkt angepasst werden müssen, treiben Unternehmen bereits heute ins Wettbewerbsabseits. Neue und ganzheitliche Technologie- und Maschinenkonzepte für den Werkzeug- und Formenbau sollen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen sichern; viele Bereiche, wie Auslegung und Konstruktion, Herstellung und Qualitätssicherung,
müssen sich deshalb verzahnen.
Download PDF



DIE FORSCHUNGSVERBÜNDE DER ABAYFOR

VON DER VERBUNDFORSCHUNG ZUM SPIN-OFF
Christian W. Scheiner, Peter Mertens und Kai-Ingo Voigt

Der Standort Bayern zählt innerhalb Deutschlands und Europas zu den wirtschaftsstärksten Regionen. Im Zuge der Globalisierung
und des technischen Fortschritts sieht er sich dennoch mit Herausforderungen
konfrontiert. Zwar genießt der Freistaat als so genannter Hightech- und Dienstleistungsstandort einen international hervorragenden Ruf, gleichzeitig gilt er – wie die gesamte Bundesrepublik Deutschland – als Hochlohnland. Um diesen Nachteil zu kompensieren, muss der technologische Vorsprung gegenüber anderen Ländern gehalten und sogar ausgebaut werden. Die Medizintechnik, die Biotechnologie, die Mikroelektronik, die Telekommunikation und forschungsintensive Industriegüter zählen nicht nur zu den Spitzentechnologien, sie glänzten in den vergangenen Jahren auch mit den höchsten Wachstumsraten. Ein wichtiges Instrument,
um die Spitzenposition zu erreichen beziehungsweise zu verteidigen, ist die Förderung von F&E. Die Forschungsverbünde nehmen dabei eine Schlüsselrolle in der angewandten Forschung und eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Unternehmen ein.

Download PDF

zurück zur Übersicht
Seite drucken top