
Pressemitteilungen
05.05.2009
FORKAST - Im Zeichen des Klimawandels
Monitoring, Modellierung und Experimente sind
die drei wesentlichen Forschungsstrategien des neuen bayerischen
Forschungsverbundes FORKAST, welcher zum Ziel hat, die
ökologischen Klimafolgen für Bayern abzuschätzen und
daraus ableitend geeignete Strategien zur Klimaanpassung zu
entwickeln.
Die Wissenschaftler aus 19 Lehrstühlen und Fakultäten der Universitäten Bayreuth, Regensburg, Würzburg, Erlangen-Nürnberg sowie der TU München bewegen sich damit wissenschaftlich auf völlig neuem Terrain der Klimafolgenforschung, da die Thematik der Auswirkungen von klimatischen Extremereignissen auf die mitteleuropäischen Ökosysteme in vergleichbarer Intensität und Konzentration bislang noch unerforscht ist.
Am 4. und 5. Mai 2009 präsentierten die
FORKAST-Wissenschaftler während ihres ersten zweitägigen
Frühjahrsworkshops an der Limnologischen Station der TU
München in Iffeldorf ihre Forschungsvorhaben für die
dreijährige Förderperiode. Finanziert wird der am 1.
März 2009 gestartete Forschungsverbund vom Ministerium
für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit insgesamt drei Mio.
Euro. FORKAST ist damit einer der drei auf den Klimaschutz
angelegten Forschungsverbünde, die im Rahmen des bayerischen
Klimaprogramms 2020 gefördert werden.
Neuartige ökologische Auswirkungen des Klimawandels, wie
extrem heiße Sommer oder lange Frost- und Schneeperioden,
laufen schon lange nicht mehr unter der Rubrik Schreckensszenarien
der Zukunft. Die Auswirkungen des Klimawandels hinterlassen
zunehmend regionale Spuren, die sich in Bayern an den Reaktionen
von langlebigen Ökosystemen wie Wälder, Grünland und
Gewässer messen lassen. Mit einer Zunahme der Frequenz und
Intensität von Extremereignissen, die zweifelsohne Einfluss
auf Flora und Fauna und damit auch indirekt auf die Menschen haben
werden, rechnen die Wissenschaftler bereits seit Langem. Wie diesen
Entwicklungen jedoch rechtzeitig mit geeigneten Maßnahmen
begegnet werden kann, blieb in der bisherigen Klimaforschung
weitgehend unberücksichtigt.
Dieser Herausforderung stellen sich nun die Umwelt- und
Klimaforscher in FORKAST, indem sie die Bedeutung der klimatischen
Extremereignisse mit Hilfe von unterschiedlichen methodischen
Ansätzen analysieren und anschließend mit Hilfe der
neuen Erkenntnisse eine Grundlage für entsprechende
Anpassungsmaßnahmen für Organismen und Ökosysteme
entwickeln. Die Schwerpunkte der Forschungsmethoden beziehen sich
stark aufeinander und liegen im Monitoring, dem langfristigen
Beobachten von Klimaveränderungen sowie deren Effekte auf die
sensiblen Ökosysteme, in der Modellierung, welche die
Auswertung der Monitoring-Befunde einschließt, sowie in
Experimenten, die mögliche Reaktionen der Organismen und
Lebensgemeinschaften auf künftig erwartete Bedingungen
aufzeigen.
Der Sprecher des Forschungsverbundes Professor Dr. Carl
Beierkuhnlein, Inhaber des Lehrstuhls für Biogeografie und
Leiter des Elitestudiengangs Global Change Ecology in Bayreuth, ist
sehr zuversichtlich: „FORKAST belegt mit seinem
Forschungsvorhaben eine Nische in der Ökosystemforschung und
hat auf Grund seiner guten Vernetzung und interdisziplinärer
Fachexpertise große Chancen Bayern an die Spitze der
deutschen Klimafolgenforschung zu bringen. Ein Mehrwert für
die Gesellschaft wird sich damit über kurz oder lang
abzeichnen.“
Kontakt:
Sprecher:
Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein, Universität Bayreuth
Wissenschaftliche & administrative
Koordination:
Dr. Camilla Wellstein
Dipl.-Geoökol. Andreas Gohlke
Lehrstuhl für Biogeografie, Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30, 95440 Bayreuth
Tel 0921-55-2299
Fax 0921-55-2315
E-Mail: ,
Internet: http://www.bayfor.org/forkast
http://www.bayceer.uni-bayreuth.de/forkast/
Pressekontakt:
Ninetta Palmer, M.A.
Bayerische Forschungsallianz GmbH
Telefon +49 (0) 89 - 99 01 888 - 14
Telefax: +49 (0) 89 - 99 01 888 - 29
E-Mail:
Internet: www.bayfor.org
