2. Lebensmittel, Landwirtschaft, Fischerei und Biotechnologie

  1. Einleitung
  2. Was wird gefördert?
  3. Wer wird gefördert?
  4. Wie wird gefördert?
  5. Wo werde ich beraten?
  6. Wo finde ich bayerische Ansprechpartner?
  7. Wo bekomme ich weitere Informationen?

1. Einleitung

Die Aktivitäten im Themenbereich 2 „Lebensmittel, Landwirtschaft, Fischerei und Biotechnologie“ verfolgen das langfristige Ziel des Aufbaus einer nachhaltigen europäischen wissensbasierten Bio-Wirtschaft („Knowledge Based Bio-Economy – KBBE“). Dabei soll es in erster Linie um die Erforschung, Erkundung und Entwicklung neuer zukunftsweisender Technologien und um damit verbundene Querschnittsthemen gehen, die sich mit den gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen bzw. Begleit- und Folgeerscheinungen befassen. Die ständig steigende Nachfrage nach sicheren, gesunden und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln erfordert koordinierte Forschungsanstrengungen auf europäischer Ebene.

Weitere Ziele:

  • Nachhaltige Produktion und Verwendung von nachwachsenden Bio-Rohstoffen
  • Bekämpfung der Gefahren von Tierepidemien sowie von lebensmittelbedingten Dysfunktionen
  • Nachhaltigkeit und Sicherheit der landwirtschaftlichen Erzeugung, der Aquakultur und Fischerei vor dem Hintergrund des Klimawandels

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2. Was wird gefördert?

Themengebiete:

2.1 Nachhaltige Erzeugung und Bewirtschaftung der biologischen Ressourcen aus Böden, Wäldern und der aquatischen Umwelt (Flüsse, Seen, Meere)

Erforschung der wichtigsten Langzeitfaktoren für eine nachhaltige Erzeugung und Bewirtschaftung biologischer Ressourcen, z.B. auf den Gebieten der sog. „-omik“-Technologien wie der Genomik, Proteomik, Metabolomik etc. sowie der Systembiologie, Bioinformatik und konvergierender Technologien für Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere und der Nutzung ihrer biologischen Vielfalt (Biodiversität).

Stärkung der Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitiger Gewährleistung der Verbrauchergesundheit und verringerten Umweltauswirkungen in Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur mit dem Ziel: Bodenfruchtbarkeit, bessere Kulturpflanzen und Produktionsverfahren einschließlich biologischer Ackerbau, Qualitätsproduktionsregelungen und Auswirkungen von GVOs auf Umwelt und Menschen, darüber hinaus Pflanzen- und Artenschutz, nachhaltige und wettbewerbsfähige Land- und Forstwirtschaft und ländliche Entwicklung.

Optimierung von Tiergesundheit und Tierschutz, Tierzucht und –produktion: Infektionskrankheiten bei Tieren einschließlich epidemiologischer Studien (z.B. SARS), Tierepidemien (Zoonosen), Erkrankungen im Zusammenhang mit Tierfuttermitteln, sichere Entsorgung von Tierabfällen etc.

Bereitstellung geeigneter politischer Instrumente für Entscheidungsträger zur Abwendung weiterer Gefahren für die nachhaltige und sichere Lebensmittelproduktion einschließlich Klimawandel, nachhaltige und wettbewerbsfähige Fischerei und Aquakultur einschließlich Zucht und Tierschutz.

2.2 Rückkopplung „vom Tisch bis zum Bauernhof“: Lebensmittel, Gesundheit und Wohlergehen

  • Untersuchung des Verbraucherverhaltens: Lebens- und Futtermittel in der Interaktion mit den Konsumenten, der Gesellschaft, der Industrie und der Gesundheit sowie traditionelle Aspekte wie Wettbewerbsfähigkeit, Gesundheit und Wohlergehen, Einbeziehung von Verhaltensaspekten und kognitiven Wissenschaften.
  • Erforschung von Ernährungsfaktoren und -gewohnheiten: ernährungsbedingte Krankheiten sowie physiologische und psychologische Störungen einschließlich Adipositas und Allergien, Ernährung und Krankheitsprävention.
  • Optimierung der Innovationsfähigkeit der europäischen Lebens- und Futtermittelindustrie (einschließlich Verpackung).
  • Gewährleistung der chemischen und mikrobiellen Sicherheit und Verbesserung der Qualität in der Lebensmittelversorgung in Europa: Getränke und Futtermittel, verbesserte Kontrollmethoden/ -mechanismen für Lebensmittelsicherheit, Integrität der Lebensmittelketten, Abschätzung, Beherrschung, Mitteilung und Wahrnehmung von Risiken.
  • Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt durch eine bessere Erforschung der Umweltauswirkungen auf/ von Lebensmitteln und Lebensmittelketten: Konzept der totalen Lebensmittelkette, Rückverfolgbarkeit, Authentizität von Lebensmitteln, Entwicklung neuer Inhaltsstoffe und Produkte, Verbraucheraspekte etc.

2.3 Biowissenschaften, Biotechnologie und Biochemie im Dienst nachhaltiger Non-Food-Erzeugnisse und entsprechende Verfahren

  • Stärkung der Wissensgrundlage und Entwicklung moderner Technologien zur Biomasseerzeugung für die Energiegewinnung und für industrielle Zwecke: verbesserte Kulturpflanzen, Futtermittelbestände, Meereserzeugnisse und Biomasse zur Energiegewinnung für den Umweltschutz und für neue Produkte mit hohem Mehrwert (Materialien und Chemikalien) einschließlich neuartiger Bewirtschaftungssysteme, Bioprozesse und Konzepte der Bioraffinerie, Biokatalyse, neue und verbesserte Mikroorganismen und Enzyme
  • Fragen der Anwendung der industriellen Biotechnologien innerhalb der gesamten Biomasseketten forst- und landwirtschaftlicher Pflanzen
  • Nutzung oder Entwicklung von Biotechnologien für neuartige und verbesserte, qualitativ hochwertige und erneuerbare Produkte und Verfahren der Forstwirtschaft
  • Erforschung des Potenzials der Biotechnologie zur Erkennung, Überwachung, Vermeidung, Behandlung und Beseitigung von Verschmutzungen: Umweltsanierung und saubere Verfahren einschließlich Verwertung
  • Maximierung des Wirtschaftswertes von Abfall und Nebenprodukten mit Hilfe von Bioverfahren

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3. Wer wird gefördert? – Beteiligungsregeln

Im Themenbereich 2 gibt es auch die Sonderform der Ausschreibung von so genannten SICA-Projekten* mit speziellen Teilnahmebedingungen, die im Arbeitsprogramm jeweils genau ausgewiesen und erläutert sind.

* SICA - Specific International Cooperation Actions (an dem Forschungsbedarf der Drittländer orientierte Ausschreibungen)

Teilnahmeberechtigte Rechtspersonen

  • Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW; ehemals „Fachhochschulen“)
  • Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
  • Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)
  • Unternehmen mit Innovationsbestreben (aus Industrie, Gewerbe, etc.)
  • Öffentliche Einrichtungen wie Behörden
  • Beratungseinrichtungen etc.

Teilnahmeberechtigte Staaten

  • EU-27
  • Assoziierte Staaten (Island, Israel, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen, Schweiz, Türkei)
  • Partnerländer der Internationalen Zusammenarbeit (ICPC-Staaten)
  • Drittstaaten (USA, Kanada etc.) erhalten in der Regel keine Förderung!

Zusammensetzung des Konsortiums

  • Mind. drei unabhängige Rechtspersonen aus drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten (Drittstaaten zählen nicht als Mindestpartner)
  • Evtl. Ausnahmen und Besonderheiten sind in den jeweiligen Arbeitsprogrammen festgelegt

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4. Wie wird gefördert? – Finanzierungsmodelle

Im 7. FRP (2007–2013) sind etwa 1,935 Mrd. € für den Themenbereich 2 vorgesehen. Auch hier beträgt die Förderquote bis zu 75%.

Je nach Projekttyp, Teilnehmer und Aktivität sind folgende Quoten zu unterscheiden (gilt nicht für KMU-spezifische Projekte!):

Forschung & Technologieentwicklung:
75% für Universitäten/ HAWs, Forschungseinrichtungen & KMU
50% für alle anderen Rechtspersonen

Demonstrationsaktivitäten:
50% für alle Rechtspersonen

Koordination, Auditkosten und sonstige Aktivitäten:
100% für alle Rechtspersonen

Coordination/ Support Actions:
100% für alle Rechtspersonen

Förderwürdige Kosten:
Personal, Reisen, Material, Infrastruktur, sonstige Kosten, externe Dienstleistungen, Gemeinkosten etc.

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5. Wo werde ich beraten?

Nationale Kontaktstelle Lebenswissenschaften
PT-DLR im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt / PT Jülich
Heinrich-Konen-Straße 1
D-52327 Bonn

Ingrid Zwoch oder Dr. Stephan Micha
Telefon: +49 228 3821-693 oder -660
Telefax: +49 228 3821-699
E-Mail: oder
Internet: http://www.nks-lebenswissenschaften.de/

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6. Wo finde ich bayerische Ansprechpartner?


Dr. rer. nat. Iana Buch
Fachreferatsleiterin Gesundheitsforschung und Biotechnologie
Telefon: +49 89 9901 888-150
Telefax: +49 89 9901888-29
E-Mail:
Bayerische Forschungsallianz GmbH
Prinzregentenstr. 52
D-80538 München
Internet: http://www.bayfor.org

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7. Wo bekomme ich weitere Informationen?

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