10. Sicherheitsforschung

  1. Einleitung
  2. Was wird gefördert?
  3. Wer wird gefördert?
  4. Wie wird gefördert?
  5. Wo werde ich beraten?
  6. Wo finde ich bayerische Ansprechpartner?
  7. Wo bekomme ich weitere Informationen?

1. Einleitung

Der Schutz der Bürger vor Bedrohungen durch Naturkatastrophen, Kriminalität und Terrorismus hat in den letzten Jahren auch in Europa in der öffentlichen Diskussion zusehends an Bedeutung gewonnen. Die Entwicklung von Technologien für den zivilen Bereich, d.h. für Verkehr, Gesundheit, Katastrophenschutz inkl. Schutz vor Naturkatastrophen und Industrieunfällen sowie für Energiesicherheit und Umweltschutz etc. bildet den Schwerpunkt der Forschungsprojekte in diesem Themenbereich.

Ziele:

  • Aufbau und Erhalt eines europäischen Raums für Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit (sicheres Europa als Grundvoraussetzung für die Lebensplanung der Menschen, für Wohlstand, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und Investitionen im gemeinsamen europäischen Binnenmarkt)
  • Entwicklung umfassender Sicherheitsstrategien (von zivilen Sicherheits- bis hin zu militärischen Verteidigungsmaßnahmen)
  • Bereitstellung geeigneter Technologien und Schaffung spezifischer Wissensgrundlagen zum Schutz der europäischen Gesellschaften und ihrer Bürger vor Bedrohungen (wie Terrorismus, organisierte Kriminalität, Naturkatastrophen sowie Industrieunfällen unter Achtung der Privatsphäre und der bürgerlichen Grundrechte)
  • Verknüpfung verschiedener nationaler und internationaler Akteure (Stimulation der Kooperation und Koordination gemeinsamer Aktivitäten)
  • besseres Verständnis und schnellere Reaktion auf globale Risiken (angesichts einer sich beständig wandelnden Welt durch verstärkte Zusammenarbeit und Abstimmung auf europäischer Ebene)

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2. Was wird gefördert?

Allgemeine Forschungsschwerpunkte:

  • Themen mit Bezug zur inneren Sicherheit (Anti-Terror- und Krisen-Management)
  • Themen der EU-Politik im weiteren Sinne wie Verkehr, Mobilität, Katastrophenschutz, Energie, Umwelt und Gesundheit (hier zahlreiche Querverbindungen zu anderen Spezifischen Programmen)
  • Entwicklung eines europaweiten integrierten Grenzkontrollsystems
  • Sicherheit des Massentransportwesens
  • Entwicklung eines gemeinsamen Krisenmanagementsystems
  • Sicherheit in der Logistik und in der Zulieferungskette
  • CBRNE (chemische, biologische, radiologische und nukleare Explosivstoffforschung)

Forschungsaktivitäten und Bereiche (Subaktivitäten)

Das Arbeitsprogramm, das für den 1. Call for Proposals 2007 konzipiert worden war, ist in vier Missionen und drei Querschnittsaktivitäten unterteilt, an denen sich alle ausgeschriebenen Themen orientieren. Diese Missionen und Querschnittsaktivitäten werden auch in allen künftigen Aufrufen die Grundstruktur bilden.

Sicherheitsmissionen (Aktivitäten mit entsprechenden Unterthemen):

  • Schutz der Bürger (insbesondere vor Terrorismus und Kriminalität)
    Entwicklung von technologischen Lösungen zum Schutz der Bürger einschließlich Bio-Sicherheit, Schutz vor Bedrohungen wie Terrorismus und Kriminalität sowie Katastrophenschutz
  • Sicherheit von Infrastrukturen und Versorgungseinrichtungen (utilities)
    Analyse und Sicherung bestehender und künftiger, öffentlicher und privater, kritischer und vernetzter Infrastrukturen, Versorgungseinrichtungen und Dienstleistungen auf Gebieten wie…
    • Informations- und Kommunikationstechnologien (einschließlich Rundfunk)
    • Verkehrsmittel (Luft, Wasser und Land)
    • Anlagen zur Versorgung mit Energie (Öl, Strom und Gas) und Wasser
    • Finanz- und Verwaltungsdienste
    • öffentliches Gesundheitswesen etc.
  • Intelligente Überwachung und Grenzsicherheit (Technologien, Systeme, Werkzeuge und Methoden zum Schutz der europäischen Grenzen, insbes. der Land- und Seegrenzen)
    • Forschung zur Verbesserung der Wirksamkeit und Effizienz aller sicherheitsrelevanten Systeme, der Ausrüstung, der Instrumente und der Verfahren
    • Forschung zur Verbesserung der Sicherheit der europäischen Land- und Seegrenzen
    • Bewertung und Bewältigung von (illegalen) Einwanderungsströmen
  • Gewährleistung und Wiederherstellung von Sicherheit im Krisenfall (Technologie und Kommunikation, Koordination bei der Unterstützung ziviler, humanitärer und Rettungseinsätze)
    • Untersuchungen zur organisatorischen und operationellen Vorbereitung zur Bewältigung von sicherheitsrelevanten Zwischenfällen
    • Forschung zum Thema Krisenbewältigung, z.B. Katastrophenschutz einschließlich Naturkatastrophen und Industrieunfällen
    • Forschung zu Möglichkeiten humanitärer Soforthilfe bei einem Zwischenfall sowie Bewältigung nachfolgender Kettenreaktionen

Querschnittsaktivitäten:

  • Integration, Interkonnektivität und Interoperabilität von Sicherheitssystemen (Datenerfassung zur zivilen Sicherheit, Datenschutz und Nachverfolgbarkeit des Datentransfers)
    • Entwicklung von Technologien zur Erhöhung der Interoperabilität und zur Steigerung der Fähigkeit zur Interkommunikation von Systemen, Ausrüstungen, Diensten und Verfahren (inkl. Strafverfolgung, Brandbekämpfung, Zivilschutz und medizinische Informationsstruktur)
    • Sicherung der Zuverlässigkeit, des Schutzes der Vertraulichkeit und der Integrität der Informationen sowie Nachverfolgbarkeit aller Transaktionen und Verarbeitungsschritte
    • Standardisierung und Ausbildung z.B. hinsichtlich der menschlichen, kulturellen und organisatorischen Interoperabilität (z.B. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk etc.)
  • Sicherheit und Gesellschaft (Akzeptanz von Sicherheitslösungen, sozioökonomische und kulturelle Sicherheitsaspekte, Ethik und Werte, soziales Umfeld und Sicherheitsempfinden)
    • Bürger und Gesellschaft (z.B. menschliches Verhalten vor/während/nach Krisenfällen etc.)
    • Verständnis von Organisationsstrukturen und Kulturen der öffentlichen Nutzergesellschaft
    • Vorausschauende Szenarien für zukünftige Bedrohungen und Sicherheit als ein sich entwickelndes Konzept
    • Sicherheitswirtschaft
    • Ethik und Gerechtigkeit/Justiz etc.
  • Koordinierung und Strukturierung der Sicherheitsforschung (Koordinierung der europäischen und internationalen Anstrengungen in der Sicherheitsforschung auf dem Gebiet der zivilen, sicherheits- und verteidigungsbezogenen Forschung)

Daneben gibt es auch so genannte „Joint Calls“ mit anderen Themenbereichen, wie etwa zum Thema „ICT-Lösungen zum Schutz kritischer Infrastrukturen“.

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3. Wer wird gefördert? - Beteiligungsregeln

Teilnahmeberechtigte Rechtspersonen

  • Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW; ehemals „Fachhochschulen“)
  • Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
  • Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)
  • Unternehmen mit Innovationsbestreben (aus Industrie, Gewerbe, etc.)
  • Öffentliche Einrichtungen wie Behörden
  • Beratungseinrichtungen etc.

Teilnahmeberechtigte Staaten

  • EU-27
  • Assoziierte Staaten (Island, Israel, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen, Schweiz, Türkei)
  • Partnerländer der Internationalen Zusammenarbeit (ICPC-Staaten)
  • Drittstaaten (USA, Kanada etc.) erhalten in der Regel keine Förderung!

Zusammensetzung des Konsortiums

  • Mind. drei unabhängige Rechtspersonen aus drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten (Drittstaaten zählen nicht als Mindestpartner)
  • Evtl. Ausnahmen und Besonderheiten sind in den jeweiligen Arbeitsprogrammen festgelegt

Beteiligung von/ Nutzen für Industrie und KMU

  • Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Sicherheitsindustrie durch Stimulierung der Zusammenarbeit zwischen Anbietern und Nutzern ziviler Sicherheitslösungen
  • Rege Nachfrage nach den besten intellektuellen und technischen Fähigkeiten in ganz Europa und in der Welt durch die aktive Beteiligung von KMUs

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4. Wie wird gefördert? - Finanzierungsmodelle

Für die Laufzeit des 7. FRP (2007–2013) ist ein Budget von insgesamt
1,40 Mrd. Euro für den Themenbereich „Sicherheitsforschung“ vorgesehen.

Förderinstrumente:

Eingereicht können grundsätzlich drei Arten von Projekten:

  • Capability Projects zielen auf die Entwicklung grundlegender Technologien ab (Förderung von ca. 120 Projekten, jeweils 2–5 Mio. € auf 2–4 Jahre).
  • Integration Projects gehen einen Schritt weiter und kombinieren verschiedene Sicherheitstechnologien, um bestimmte komplexere Aufgaben zu lösen (z.B. Kommunikationssysteme für den Grenzschutz; Förderung von ca. 20 Projekten, jeweils 10–25 Mio. € auf ca. 4 Jahre).
  • Demonstration Projects sind übergeordnete „Systems of Systems“-Projekte, die die allgemeinen Schwerpunkte des Programms realisieren sollen (z.B. Grenzschutz als komplexe Aufgabe; Förderung von ca. 5 Projekten, 30–40 Mio. €, verteilt auf 2 Phasen [A = 1–1,5 Jahre und B = ca. 4 Jahre]).
    • Systeme der Systeme
    • Schaffung eines föderativen Rahmens in Gegenden von signifikantem europäischem Interesse

    Phase 1:
    • Definition strategischer „roadmaps“
    • Schaffung eines EU-weiten Bewusstseins unter öffentlichen/ privaten „Stakeholdern“ (insbesondere End-user)
    Förderinstrument: CSA (0,5–1 Mio. € auf ca. 1 Jahr)

    Phase 2 (späterer Call, seperate proposal und Evaluation):
    • Implementierung des Demonstrationsprojekts
    • Großes Konsortium (einschließlich öffentlichen/ privaten „Stakeholdern“, End-user etc.)
    • Nähe zu Standardisierungs-, Markt- und Beschaffungsnähe
    Förderinstrument: Collaborative project (30–40 Mio. € auf ca. 4 Jahre)

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5. Wo werde ich beraten?

Nationale Kontaktstelle Sicherheitsforschung
VDI Technologiezentrum GmbH
Graf-Recke-Straße 84
D-40239 Düsseldorf

Dr. Karin Wey
Telefon: +49 211 6214-433
Telefax: +49 211 6214-484
E-Mail:

Dr. Thorsten Fischer
Telefon: +49 211 6214-628
Telefax: +49 211 6214-484
E-Mail:

Telefax: +49 211 6214-484
E-Mail für allgemeine Anfragen:
Internet: http://www.nks-security.de oder http://www.nks-sicherheit.de

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6. Wo finde ich bayerische Ansprechpartner?

Bayerische Forschungsallianz GmbH
und Sicherheitsforschung
Prinzregentenstraße 52
D-80538 München

Dr. phil. Wolfgang Thiel
Fachreferatsleiter Bereich Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften
Telefon: +49 89 9901888-160
E-Mail:
Internet: http://www.bayfor.org

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7. Wo bekomme ich weitere Informationen?

Die Nationale Kontaktstelle Sicherheitsforschung präsentiert sich Ihnen unter folgenden Links:
http://www.nks-security.de oder
http://www.nks-sicherheit.de.

Deutsches Portal für das Thema Sicherheit:
http://www.forschungsrahmenprogramm.de/sicherheit.htm

CORDIS:
http://cordis.europa.eu/security/ und
http://cordis.europa.eu/fp7/dc/index.cfm?fuseaction=UserSite.
CooperationCallsPage&id_activity=10

KoWi - Koordinierungsstelle EG der Wissenschaftsorganisationen:
http://www.kowi.de

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