8. Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften

  1. Einleitung
  2. Was wird gefördert?
  3. Wer wird gefördert?
  4. Wie wird gefördert?
  5. Wo werde ich beraten?
  6. Wo finde ich bayerische Ansprechpartner?
  7. Wo bekomme ich weitere Informationen?

1. Einleitung

Ziel des Themenbereichs „Socio-economic Sciences and Humanities“ (SSH) ist es, ein umfassendes gemeinsames Verständnis der komplexen sozioökonomischen Herausforderungen zu entwickeln, mit denen die EU in den nächsten Jahren und Jahrzehnten konfrontiert sein wird.

Dabei stehen u. a. ethische, soziale, juristische und im weiteren Sinne auch kulturelle Inhalte im Mittelpunkt des Forschungsinteresses.

Durch die vorgesehenen Maßnahmen und Aktivitäten soll der EU wie auch den Regierungen der einzelnen Mitgliedstaaten eine fundierte Wissensgrundlage und Instrumente zur Anpassung ihrer jeweiligen Arbeits-, Sozial-, Wirtschafts-, Bildungs-, Kultur-, Familien- und Außenpolitiken etc. an die Hand gegeben werden.

top

2. Was wird gefördert?

Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit in der Wissensgesellschaft

... aus europäischer Perspektive (Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsmarktpolitiken, Bildung und lebenslanges Lernen, Wirtschaftsstrukturen und Produktivität)

  • Innovation, Bildung sowie lebenslanges Lernen
  • Die sich ändernde Rolle des Wissens und immaterieller Güter innerhalb der Wirtschaft als Gesamtheit (auf globaler Ebene)
  • Strukturelle Veränderungen in der europäischen Wissenswirtschaft und -gesellschaft
  • Jugend und Jugendpolitik
  • Anpassung der Arbeitsmarktpolitiken
  • Stärkung der Politikkohärenz und -koordinierung in Europa

Verknüpfung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ziele in einer europäischen Perspektive:

Wege in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung (sozioökonomische Modelle innerhalb Europas und weltweit, überregionaler wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhang, soziale und wirtschaftliche Dimensionen der Umweltpolitik):

  • Nachhaltigkeit und Umweltschutz
  • Regionaler, territorialer und sozialer Zusammenhang (Kohäsion)
  • Sozioökonomische Entwicklungen, Bewegungsabläufe und Auswirkungen von EU-Politik und Gesetzgebung

Wichtige gesellschaftliche Tendenzen und deren Auswirkungen

(demographischer Wandel, Vereinbarkeit von Familie und Arbeit, Gesundheit und Lebensqualität, Jugendpolitik, soziale Ausgrenzung und Diskriminierung):

  • Demographische Veränderungen (Alternde Gesellschaft – „Ageing“, Migration, Änderungen in der Geburtenrate etc.)
  • Gesellschaftliche Trends und Lebensstile
  • Kulturelle Wechselbeziehungen in einer internationalen Perspektive

Die Rolle Europas in der Welt

(Handel, Migration, Armut, Kriminalität, Konflikte und Lösungen):

  • Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen verschiedenen Regionen der Welt und deren Auswirkungen (insbesondere auf Europa)
  • Konflikte, Kriege, Frieden und Menschenrechte
  • Europas sich verändernde Rolle in der Welt innerhalb der nächsten Jahrzehnte

Der Bürger in der Europäischen Union

(politische Partizipation, Bürgerstatus und –rechte, Demokratie und Haftbarkeit, Medien, kulturelle Vielfalt und kulturelles Erbe, Religionen, Einstellungen und Werte):

  • Bürgerbeteiligung und Bürgerrecht in Europa und in der EU
  • Vielfalt und Gemeinsamkeiten in Europa

Sozioökonomische und wissenschaftliche Indikatoren

(Nutzen und Wert von Indikatoren in der Politikfindung auf Makro- und Mikroebene - statistischer Schwerpunkt als Instrument zur EU-„Selbstreflexion“):

  • Nutzung von Indikatoren in der Politik
  • Entwicklung besserer Indikatoren für die Politik
  • Bereitstellung von offiziellem statistischen Material
  • Entwicklung von Methoden, Indikatoren und entsprechende Ansätze zur Evaluation von Forschungspolitiken und -programmen

Zukunftsforschung

(künftige Bedeutung der Globalisierung des Wissens, Migration, alternde Gesellschaft, Risiken und aufstrebende Forschungs- und Wissenschaftszweige):

  • Weiterentwicklung des European Research Area (ERA) und Zusammenarbeit zwischen ERA und dem Rest der Welt
  • Forschungspolitik und Wechselbeziehungen mit anderen Bereichen der Politiken
  • „Blue sky research“ zu aufkommenden Themen oder Problemen in Kooperation mit anderen Forschungswirtschaften
  • Gegenseitiges Lernen und Kooperation

Strategische (begleitende) Aktivitäten:

  • Zukünftige Forschungsthemen (emerging needs)
  • Evaluierung der Auswirkungen von sozioökonomischer Forschung auf Wissenschaft und Politiken (measures to support international cooperation and dissemination of research)

Inhaltliche Besonderheiten:

  • Deutlicher Akzent auf den sozioökonomischen Aspekten der einzelnen Projekte
  • Querschnittsaktivitäten: Bezüge zu fast allen anderen Themen innerhalb des spezifischen Programms „Zusammenarbeit“ vorhanden und nutzbar, interdisziplinäre Forschungsansätze erwünscht (Möglichkeit zur Partizipation auch an Ausschreibungen in anderen Themenbereichen wie etwa Umwelt)
  • Forschungspartner aus Industrie und KMU sind explizit zur Kooperation aufgefordert
  • Forcierung der Kooperation mit Drittstaaten
  • Politischer Bezug auf europäischer sowie internationaler Ebene erwünscht, d.h. Funktion und Nutzung der Projekte als Richtlinien zur Neu- bzw. Feinjustierung der Sozial- und Wirtschaftspolitik der EU, teilweise auch der Außenpolitik.

top

3. Wer wird gefördert? - Beteiligungsregeln

Teilnahmeberechtigte Rechtspersonen

  • Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW; ehemals „Fachhochschulen“)
  • Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
  • Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)
  • Unternehmen mit Innovationsbestreben (aus Industrie, Gewerbe, etc.)
  • Öffentliche Einrichtungen wie Behörden
  • Beratungseinrichtungen etc.

Teilnahmeberechtigte Staaten

  • EU-27
  • Assoziierte Staaten (Island, Israel, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen, Schweiz, Türkei)
  • Partnerländer der Internationalen Zusammenarbeit (ICPC-Staaten)
  • Drittstaaten (USA, Kanada etc.) erhalten in der Regel keine Förderung!

Zusammensetzung des Konsortiums

  • Mind. drei unabhängige Rechtspersonen aus drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten (Drittstaaten zählen nicht als Mindestpartner)
  • Evtl. Ausnahmen und Besonderheiten sind in den jeweiligen Arbeitsprogrammen festgelegt

top

4. Wie wird gefördert? - Finanzierungsmodelle

Für die gesamte Laufzeit des 7. FRP der EU (2007–2013) sind etwa
623 Mio. € für das Thema 8 eingeplant, d.h. 1,9 % des Gesamtbudgets im Programm „Zusammenarbeit“.

Förderinstrumente:

  • Kleine bis mittelgroße Verbundprojekte (0,5–1,5 Mio. €)
  • Große Verbundprojekte (bis 5/ 6 Mio. €)
  • Forschung zum Nutzen spezieller Gruppen, insbesondere KMU oder Civil Society Organisations/ NGOs (1 Mio. €)
  • Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen (1 Mio. €)
  • “Calls for Tender”
  • Keine Exzellenznetze 2007/ 2008

Besonderheiten:

  • „Single stage evaluation“ (Einstufiges Antragsverfahren)
  • Nutzen für die Industrie und KMU: Wettbewerbsvorteile durch Wissensgenerierung z.B. als aktives Mitglied in einem Forschungsteam und als primärer Wissensempfänger, Erhebung verbraucher- oder absatzmarkt-relevanter Daten

Je nach Projekttyp, Teilnehmer und Aktivität sind folgende Quoten zu unterscheiden (gilt nicht für KMU-spezifische Projekte!):

Forschung & Technologieentwicklung:
75% für Universitäten/ HAWs, Forschungseinrichtungen & KMU
50% für alle anderen Rechtspersonen

Demonstrationsaktivitäten:
50% für alle Rechtspersonen

Koordination, Auditkosten und sonstige Aktivitäten:
100% für alle Rechtspersonen

Coordination/ Support Actions:
100% für alle Rechtspersonen

Förderwürdige Kosten:
Personal, Reisen, Material, Infrastruktur, sonstige Kosten, externe Dienstleistungen, Gemeinkosten etc.

top

5. Wo werde ich beraten?

Nationale Kontaktstelle Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften (NKS-SWG)
PT-DLR
Heinrich-Konen-Str. 1
D-53227 Bonn
Telefon (Sekretariat): 0228 3821 1644
E-Mail:
Internet: www.nks-swg.de
Liste der Ansprechpartner: http://www.nks-swg.de/de/ansprechpartner.php

top

6. Wo finde ich bayerische Ansprechpartner?

Bayerische Forschungsallianz GmbH
und Sicherheitsforschung
Prinzregentenstraße 52
D-80538 München

Dr. phil. Wolfgang Thiel
Fachreferatsleiter Bereich Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften
Telefon: +49 89 9901888-160
E-Mail:
Internet: http://www.bayfor.org

top

7. Wo bekomme ich weitere Informationen?

Zusätzliche Informationen erhalten Sie im Internet unter folgenden Links:

Nationale Kontaktstelle „Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften“ (NKS-SWG) im Internet:
http://www.nks-swg.de

Deutsches Portal zum Thema SWG:
http://www.forschungsrahmenprogramm.de/swg.htm

CORDIS:
http://www.cordis.europa.eu

KoWi - Koordinierungsstelle EG der Wissenschaftsorganisationen:
http://www.kowi.de

Newsletter:
Bei konkreterem Interesse an laufenden Informationen ist auch ein Newsletter zu beziehen (E-Mail mit Betreff „Newsletter der NKS SWG“ an ).

Zurück zur Themenübersicht

Seite drucken top