FORBAU - Arbeitsfeld

BAULOG



AUSGANGSSITUATION

Die Logistik ist in der Bauwirtschaft ein bisher nur partiell ausgeschöpftes Potential, welches im Vergleich zur stationären Industrie noch viele Möglichkeiten bietet. Unter Baulogistik wird dabei die Planung, Steuerung und Kontrolle der Material- und Informationsflüsse der Ver- und Entsorgung auf sowie zwischen den Baustellen verstanden. Dabei spielen die vor- und nachgelagerten Prozesse rund um die Baustelle bei der Betrachtung eine wichtige Rolle. Im Rahmen des ForBAU-Verbundes stellt die Baulogistik eine zentrale Querschnittsfunktion dar. Sie soll die Umsetzung der virtuellen Planungen in die realen Prozessabläufe der Baustelle erfolgreich und möglichst reibungslos gewährleisten. Dabei ist eine der Kernaufgaben die Material- und Informationsflüsse bezüglich Kosten, Terminen und Qualität optimal zu steuern. Die instätionären und wechselhaften Rahmenbedingungen auf der Baustelle bedingen eine sehr leistungsfähige und hochflexible Baulogistik, um Änderungen in kürzester Zeit umsetzen zu können. Das derzeitige Verständnis des Begriffs „Flexibilität“ der Bauwirtschaft liegt jedoch in sehr kleinen Zeithorizonten von unter einem Tag und macht nicht selten vorschnelle „Feuerwehreinsätze“ notwendig. Eine kostenoptimale Durchführung ist dann nicht mehr möglich. Diese negativen Auswirkungen auf alle Beteiligten der Baustelle zu vermeiden, ist die organisatorische Aufgabe der Baulogistik.

ZIELSETZUNG

Die Abbildung der realen Baustelle in die „virtuelle Baustelle“ ist das Ziel des Gesamtprojektes. Das Teilprojekt 3 „Baulogistik“ betrachtet unternehmensübergreifende Prozesse der Baulogistik und zur otimierten Steuerung dieser Prozesse soll auf Informationen aus der virtuellen Baustelle zurückgegriffen werden. Dabei sollen in anderen Industrien entwickelte Best-Practices aus dem Bereich Supply Chain Management auf die Bauindustrie übertragen werden. Zentral dabei ist die Anpassung dieser auf branchenspezifische Besonderheiten der Bauwirtschaft.
Die Übertragung des Know-hows der prozessübergreifenden Supply Chain Management Methoden, was in den vergangenen Jahren in der Konsumgüterwirtschaft und in industriellen Wertschöpfungsketten erworben wurde, verspricht auch einen großen Nutzen für die Bauwirtschaft. Diese Potentiale sollen im Rahmen der dreijährigen Projektarbeit beispielhaft gehoben werden. Sie bedürfen jedoch eines Entwicklungs- und Adaptionsbedarfs in die mobile, temporäre, und hochkomplexe Welt des Baus.
Als weitere Instrumente zur Verbesserung der Planung und Steuerung einer Baustelle soll bei der Maschineneinsatzplanung eine EDV-Unterstützung für die notwendigen Informationen sorgen

VORGEHENSWEISE

Die Hauptaufgaben im ersten Projektjahr des Teilprojekts 3 Baulogistik lassen sich im Wesentlichen mit folgenden Kernpunkten beschreiben:

• Erstellung einer Liefer- und Logistikstrategie
• Erarbeitung einer Baustelleneinrichtungsplanung
• Identifizierung der bauspezifischen Supply Netzwerkstrukturen
• IST Analyse der Lieferantenanbindung (strategische Sichtweise)
• IST Analyse der Lieferanteneinsteuerung (operative Sichtweise des Bauunternehmens)
• IST Analyse der Auftragsverarbeitung (operative Sichtweise des 1.tier Lieferanten)
• Erarbeitung eines SOLL Prozesses der Lieferantenanbindung

Es wird der Grundstein für einen prozessübergreifenden Supply Chain Management Ansatz gesetzt. Dabei ist eine ausführliche IST Analyse der Gegebenheiten der Bauwirtschaft ein wichtiger Bestandteil.

Ansprechpartner
Dr. Michael Krupp



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Gründungsdatum:
01.2008

Ende:
04.2011