Ökologische Sozialethik als Kompass für eine nachhaltige Transformation der Gesellschaft

Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für Christliche Sozialethik


Wie nehmen wir Veränderungen wahr? Wie bewerten, kommentieren wir sie? All unseren Urteilen über die gegenwärtige gesellschaftliche Transfor-mation in ihren komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt liegen Normen und ethische Haltungen zugrunde. Ob wir sie nun kennen und aussprechen oder nicht. Dieses Projekt prüft unsere „normativen /Bewertungs-Brillen“ und untersucht Leitkonzepte wie Resilienz, Nachhaltigkeit und Humanökologie. Dabei wird der ökologische und soziale Kontext immer mit einbezogen und Ethik als Reflexion gelebter Praxis thematisiert.

  • Welche (lösbaren oder unauflösbaren) Konflikte, Bedingungen und Leitplanken verbergen sich z.B. in einem Konzept wie Nachhaltigkeit?
  • Worauf gründen sich unsere Bewertungen von Risiko?
  • Wann sind wir „risikomündig“?
  • Können Ethik und Moral in innovativen, an Unsicherheit reichen Prozessen und Entscheidungen als Orientierung dienen?
  • Steigert „ethische Kompetenz“ die Belastbarkeit in kritischen Umbruchsituationen?

Das Teilprojekt untersucht die Rolle der Moral im Umgang mit Innovationen oder Restriktionen. Ethik wird ebenso als Begründungstheorie für normative Postulate ins Spiel gebracht, wie auch auf ihre Funktionen in der gesellschaft-lichen Kommunikation (motivieren, kritisieren und integrieren) hin untersucht.

Theologische Aspekte werden im Sinne der „Public Theology“ als Teil eines öffentlichen gesellschaftlichen Diskurses um die normativen und weltan-schaulichen Grundlagen einer zukunftsfähigen Gesellschaft verstanden. Religiöse Orientierungen und kirchliche Akteure spielen im öffentlichen Raum gerade in Bayern -  zunehmend aber auch weltweit - wieder eine bedeutsame Rolle. Religionen helfen mit Erklärungen zur Schöpfung, einem sozialen Menschenbild, mit institutionellen Ressourcen, Verbänden, Bildungseinrichtungen und Kommunikationsforen bei der Suche nach einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Es stellt sich aber auch die Frage, wie sie sich selbst verändern müssen, um diese Angebote fruchtbar werden zu lassen. Theologie und Ethik werden in interdisziplinärerer Zusammenarbeit auf ihren Beitrag zur Steigerung von sozialer Resilienz auf den Prüfstand gestellt.

Ein Wertewandel kann nur dann gesellschaftliche Transformationen in Gang setzen, wenn Mikro-, Meso- und Makroebenen in spezifischer Weise interagieren. Deshalb suchen wir nach einer positiven Korrelation zwischen zivilgesellschaftlichen oder unternehmerischen Pioniergruppen, latentem Wertewandel in Lebensstilen, Bildung und öffentlicher Kommunikation sowie politisch-rechtlichem Institutionenwandel, um diese Fragen beantworten zu können.









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Status:
laufend


Projektleitung:
Prof. Dr. Markus Vogt


Wissenschaftler:
Dr. Martin Schneider

Gründungsdatum:
06.2013

Ende:
12.2017