Die Sorge um die Fürsorge: bis zum Ende über sich verfügen… Geschlechterspezifische Vorstellungen von Autonomie, Verantwortung und Vulnerabilität

Arbeitsfeld:
Normative Fragen



Welche Vorstellungen von Autonomie, Verletzlichkeit und Pflegebedürftigkeit beeinflussen Entscheidungen über und Vorkehrungen für finale Lebensphasen? Diese Fragen untersucht am Beispiel der Diskussionen über Patientenverfügungen das Teilprojekt "Die Sorge um die Fürsorge"

Es geht darum, was Frauen und Männer über Leben und Tod denken, was für Wünsche und Ängste sie bewegen, wenn sie sich die letzte Phase der eigenen Existenz vorstellen. Menschen pflegen Selbstbilder, die sie - so lange es geht - aufrechterhalten möchten, insbesondere wenn kritische Situationen von Krankheit, Schwäche und Pflegebedürftigkeit auftreten. Über diese Phasen des Lebens spricht man in den Massenmedien, sozialen Medien oder mit Freunden unterschiedlich. Es entstehen verschiedene Diskursebenen, die es in diesem Projekt zu erforschen gilt. Medizinethische Fachliteratur und Ratgeber zu Patientenverfügungen, Debatten in den Massenmedien und in Internetforen, aber auch die Erfahrungen von beratenden Ärztinnen und Ärzten, Juristinnen und Juristen sowie die Sichtweisen von Betroffenen, also Menschen, die für ihr Lebensende gut vorsorgen wollen, bilden den Gegenstand der interdisziplinären Analyse. Das Wissen um unterschiedliche Argumentationsweisen und um deren Zusammenspiel eröffnet zum einen neue Forschungsperspektiven, zum anderen kann dieses Wissen auch bei der Optimierung von Aufklärungskampagnen Anwendung finden.

Prof. Dr. Dr. Mariacarla Gadebusch Bondio, Technische Universität München (Medizingeschichte/Ethik der Medizin)
Prof. Dr. Susanne Kinnebrock, Universität Augsburg (Kommunikationswissenschaft)



Projektpartner:
Technische Universität München (Medizingeschichte/Ethik der Medizin)
Universität Augsburg (Kommunikationswissenschaft)







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Gründungsdatum:
07.2015

Ende:
06.2019