Fussballmigration - ein Traum von Europa und seine Wirkung auf das Deutsche Ausländerbild

Fußball boomt in Afrika. Straßenfußball hat viele öffentliche Plätze erobert und der ganze Kontinent fiebert der ersten Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden, Mitte 2010 in Südafrika, entgegen.

Bereits seit einigen Jahren bietet Fußballspielen jungen Afrikanern die Möglichkeit um einer besseren Lebensperspektive willen nach Europa zu migrieren. Obwohl nur wenige den Sprung nach ganz oben schaffen, ist der Traum von Europa unter den jungen Talenten allgegenwärtig: sie wurden „auf der Straße entdeckt“, in Fußballschulen in ihren Heimatländern ausgebildet oder kommen als talentierte Jugendliche, um in den Jugendmannschaften europäischer Vereine an den Profibereich herangeführt zu werden. Von ihrem Wissen, der Kompetenz auf hohem Niveau Fußball zu spielen, profitieren die Vereine durch sportlichen und ökonomischen Erfolg.

Die Generierung, Anwendung und Perzeption dieses Wissens in Europa stehen im Vordergrund des Projekts. Es wird erforscht werden,

  • wie junge Afrikaner Strategien entwickeln, fußballerisches Wissen zu erlangen und dieses in europäischen Vereinen anzuwenden.
  • ob und wie sich durch die afrikanischen Profifußballer das Wissen über Migranten aus Afrika in Europa verändert und
  • ob und inwieweit die Fußballer im Profi- wie auch im Freizeitbereich Anteil an der Generierung eines neuen Bildes über Afrikaner in Europa haben.

Zudem wird untersucht werden, ob Fußballwissen als Mittel zur Integration von Migranten genutzt werden kann.

Schließlich wollen wir auch das Wissen von jungen Fußballtalenten in den Blick nehmen, das notwendig ist, um nach Europa zu gelangen.Die Migration afrikanischer Fußballer ist mit zwei grundlegenden Problemen, dem Vorwurf des Menschenhandels und der Gefahr rassistischer Anfeindungen (insbesondere im Amateurbereich), verbunden, die den Prozess der Migration und Integration im Zwielicht erscheinen lassen. Eine ganzheitliche Perspektive, die den gesamten Prozess von der Wissensgenerierung über den Wissenstransfer (die Migration) bis hin zur Wissensartikulation abbildet, kann Ursachen der Probleme verorten, den beteiligten Akteuren Handlungs- bzw. Interventionsempfehlungen geben sowie aktiven Einfluss auf Integrationshemmnisse nehmen.

Die Untersuchungen werden deshalb sowohl in Afrika (Südafrika und Ghana), als auch in Deutschland durchgeführt. Zudem wird „Migration und Wissen“ nicht nur im Umfeld junger afrikanischer Männer, sondern auch im Bereich weiblicher Fußballmigrationen untersucht.









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Status:
laufend


Projektleitung:
Prof. Dr. Erdmute Alber


Wissenschaftler:
M.A. Christian Ungruhe

Gründungsdatum:
09.2009

Ende:
01.2013