2.IV.3 Quellen und Materialien zur Beziehungs- und Integrationsgeschichte in OStmittel- und Südosteuropa im 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung Ungarns, der Minderheitenfrage und der europäischen Integration

Arbeitsfeld:
2.IV Ethnischer Pluralismus und nationale Identitätspolitik im europäischen Kontext



Die seit dem Beginn der Umwälzungen in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa vergangenen Jahre haben verdeutlicht, dass die politische Verständigung zwischen west- und osteuropäischen Entscheidungsträgern hauptsächlich an einem wechselseitigen Informationsmangel sowie an unterschiedlichen politischen Kulturen und Auffassungen von der tagespolitischen Relevanz historischer Gegebenheiten und Anschauungen scheitert. Vor diesem Hintergrund kommt der historischen Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung eine herausragende Vermittlerrolle zu, da sie die entwicklungsgeschichtlichen Grundlagen für gegenwärtige Fragestellungen liefert und somit auch zur Lösung aktueller Probleme einen bedeutenden Anteil beisteuern kann. Konkret gesprochen kann die Heranziehung von Gesetzen, Verordnungen, Dokumenten und anderen verwandten Materialien den tatsächlichen Grad der gegenwärtigen oder auch historisch begründbaren Integration des östlichen Europa veranschaulichen. Zum einen sind derartige Quellen aussagekräftig für die Untersuchung historisch gewachsener Kooperationen und Differenzen von Staaten und Völkern im östlichen Europa, die die heutige Integrationsfähigkeit und -willigkeit nachhaltig beeinflussen. Zum anderen weisen Dokumente und Materialien aus der Beziehungsgeschichte der Staaten des östlichen und westlichen Europa - in denen sich rational überprüfbare Abbilder gesellschaftlich-politischer Tendenzen widerspiegeln - auf potentielle und real faßbare Fehlentwicklungen in der Vergangenheit hin und zeigen Anknüpfungspunkte für die heutige Integration Gesamteuropas. Entscheidungsträger können anhand von Quellen zu aussagekräftigen historischen Prozessen lernen. Auch Wirtschafts- und Handelsabkommen mit außen- und/oder minderheitenpolitischen Implikationen, Verträge der Europäischen Gemeinschaft bzw. Union mit den Transformationsstaaten, Protokolle über Grenzveränderungen, national- oder minderheitenpolitisch bedeutsame Denkschriften und Verträge, kirchliche Konkordate und Dialoge sowie Bevölkerungs- und Wirtschaftsstatistiken verdienen eine besondere Beachtung. Ziel dieses Serverprojekts ist die digitale Volltexterfassung und Aufarbeitung von den Materialien, denen eine zentrale Bedeutung für die Beziehungs- und Integrationsgeschichte in Ostmittel- und Südosteuropa im 20. Jahrhundert zukommt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Quellen und Materialen gelegt, die Ungarn unmittelbar oder mittelbar betreffen und die sich mit der Minderheitenproblematik dieses Raumes befassen. Darüber hinaus widmet sich das Projekt der Kirchenfrage und bearbeitet aussagekräftige Dokumenten , beispielsweise zur Beziehungsgeschichte des Vatikan zu den Ländern des vorliegenden Raumes sowie insgesamt zum interkonfessionellen Dialog in der Region. Das Projekt etabliert neben den unterschiedlichen Recherche- und Erschließungsmöglichkeiten auch die redaktionelle Qualität auf hohem Niveau, denn die sprachlichen wie orthographisch-satztechnischen Anforderungen werden strengstens beachtet. Die Einführung der korrekten Schreibweisen (Wiedergabe der diakritischen Zeichen) ist gerade im historisch-juristisch relevanten Bereich der Quellenerschließung von großer Bedeutung. Durch den Server soll der bayerischen Forschung, Politik, Wirtschaft und den Medien ein vielfältiger, redaktionell zuverlässiger, über das Internet recherchierbarer, wissenschaftlich geprüfter und beständiger Fachinformationsdienst angeboten werden.







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Status:
laufend


Projektleitung:
Dr. Ralf Göllner


Wissenschaftler:
Dr. Meinolf Arens

Gründungsdatum:
03.2001

Ende:
05.2008