1.II.3 Das Bild Europas in den Schulbüchern der Ukraine. Von den bisherigen Stereotypen zu neuen Sichtweisen

Arbeitsfeld:
1.II Kulturen im Postsozialismus: Voraussetzungen und Veränderungen (beendet 2003)



Seit der Wende in Osteuropa werden auch die Schulbücher modernisiert. So auch in der Ukraine, die ebenfalls mit Dynamik auf Europa zusteuert. Ziel des Projekts ist herauszufinden, was die Ukrainer, der Normalmensch ebenso wie die kommende poilitsche Elite, aus ihren Schulbüchern über das westliche Europa erfahren. Was ist anders geworden im Vergleich zur Sowjetzeit? Wo liegen die Defizite, wo die Illusionen? Wird ein zuverlässiges Bild über Europa vermittelt? Der Bearbeiter sitzt in der Ukraine "an der Quelle", erschließt und systematisiert die zahlreichen neuen Schulbücher, und legt ein konkret fassbares Ergebnis vor. Schülerinnen und Schüler der Ukraine erfahren im Geschichtsunterricht wesentlich mehr über (das westliche) Europa als umgekehrt. Damit bieten Schulbücher der Ukraine quantitativ ein breites Untersuchungsfeld zum Thema, während hinsichtlich der Darstellung der Ukraine in deutschen und wohl auch anderen Schulbüchern ein solches Vorhaben "mangels Masse" wenig Sinn hat. Das Gewicht der europäischen Geschichte in den ukrainischen Schulbüchern hat zwei Gründe. Zum einen entspricht sie ihrer Bedeutung - positiv wie negativ - den östlichen Länder und im konkreten Fall der Ukraine. Zum anderen liegt es an der "Doppelgleisigkeit" des Geschichtsunterrichts. "Universalgeschichte" und "Nationalgeschichte" laufen parallel und somit steht eine größere Stundenzahl zur Verfügung. Zusätzlich wurde Geschichte auch in dem neu eingeführten Fach "Gesellschaftskunde" eingebunden, allerdings zielgerichtet auf ukrainische Geschichte, neuerdings auch wahlweise vertieft in "Gruppenleistungskursen", einer Art Kollegstufe (z.B. Weltkulturen, Geschichte der ukrainischen Kosaken). Während dieses äußere Gerüst auch nach der "Wende" beibehalten wurde, kam Bewegung in die Inhalte, die diskutiert und abgewandelt wurden und die sich weiterentwickeln. Grundsätzlich ging es um die Ablösung des für die gesamte Sowjetunion verbindlich vorgeschriebenen, mehr oder weniger einheitlichen Konzeptes zugunsten einer "ukrainischen" Geschichtsbetrachtung. Zu untersuchen, wie weit davon die auf die europäische Geschichte bezogenen Textstellen berührt wurden, ist Ziel dieses Projekts.







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Status:
laufend


Projektleitung:
Prof. Dr. Ekkehard Völkl


Wissenschaftler:
Dr. Alexandr Ivanov

Gründungsdatum:
03.2001

Ende:
05.2008