1.II.1 Untersuchungen zum Sprachbewußtsein in Kroatien

Arbeitsfeld:
1.II Kulturen im Postsozialismus: Voraussetzungen und Veränderungen (beendet 2003)



Ziel der empirischen Studie ist die Ermittlung des Funktionszusammenhangs zwischen Sprachbewusstsein, Sprachpolitik, Sprachgebrauch und Kommunikationsverhalten in Kroatien. Anhand einer Feldforschung gilt es zu erkunden, welche Sprachbewusstseinsinhalte von den Sprechern in ihren metasprachlichen Diskursen verbalisiert werden. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage nach den sprachlichen Variablen des Sprachbewusstseins. Wie wirkt sich das Sprachbewusstsein auf den Sprachgebrauch und das Kommunikationsverhalten aus? In Bezug auf die außersprachlichen Variablen des Sprachbewusstseins wird untersucht, welche Rolle Sprache bei der (politischen bzw. nationalen) Identitätsbildung einnimmt und welche Einstellungen gegenüber anderen Sprachformen und deren Trägern bestehen. Weiter soll das Dependenzverhältnis zwischen institutionalisiertem und nichtinstitutionalisiertem metasprachlichem Diskurs ermittelt werden: Inwieweit lassen sich Sprachbewusstseinsinhalte und ihre Darstellung in metasprachlichen Diskursen als gesellschaftlich vermittelt identifizieren? An welchen theoretischen Sprachkonzeptionen und Sprachideologien orientieren sie sich dabei? Von wem und auf welche Weise werden die sprachpolitischen "Mythen" eingesetzt? Das Untersuchungsmaterial wird anhand von 60 bis 100 Einzelgesprächen in einem urbanen Kontext gesammelt. Als Beobachtungstechnik dient das Tiefeninterview. Das Operationalisierungsverfahren (Erstellung des Leitfadens, interpretatorische Vorgehensweisen, Messverfahren) basiert auf quantitativer Methodik. Des weiteren sollen der soziolinguistische und politisch-ideologische Gesamtrahmen der kroatischen Sprachpolitik und deren Relevanz für die Sprecher beschrieben werden. Der Arbeitsbegriff Sprachbewusstsein muß dargelegt und ein eigenes Sprachbewusstseinskonzept erarbeitet werden. Hinzu kommt eine nähere Beschreibung ergänzender Arbeitsbegriffe wie "Alltagswissen" u.a. Als Ideenlieferanten für die Konzeptbildung werden Erkenntnisse der Wissenssoziologie und der Einstellungsforschung verwendet.







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Status:
laufend


Projektleitung:
Prof. Dr. Peter Rehder
Prof. Milos Sedmidubsky


Wissenschaftler:
M.A. Boris Neusius

Gründungsdatum:
03.2001

Ende:
05.2008