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05.02.2009

Internationale Tagung in Paris: "Édouard Lucas und der Turm von Hanoi"

Das Symposium „La Tour d´Hanoï, un casse-tête mathématique d´Édouard Lucas (1842-1891)“ geht auf die Initiative einer deutschen Forschergruppe zurück und bringt Spezialisten mehrerer Fächer zusammen, die sich mit dem Turm von Hanoi aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen befassen.
Die Tagung findet vom 05. bis 08. Februar in Paris statt.

La «Tour d´Hanoï», un casse-tête mathématique d´Édouard Lucas (1842-1891)

Weltweit bekannt ist ein Spiel, bei dem Holzscheiben nach Größe zwischen drei Stangen zu verteilen
sind. Weniger bekannt ist sein Name, „Turm von Hanoi“, und praktisch vergessen ist, dass das Spiel
vor 125 Jahren von dem französischen Zahlentheoretiker Édouard Lucas als mathematische Aufgabe
erfunden wurde.

Zwischenzeitlich hat sich, unter anderem durch die Arbeiten des Wirtschaft-Nobelpreisträgers Herbert
A. Simon (1916-2001), die scheinbare Spielerei fest in der Psychologie des Planens und
Problemlösens etabliert und wird seit Jahren intensiv erforscht. Auch die mathematischen Fragen sind
bei weitem noch nicht vollständig gelöst. Um so erstaunlicher ist es, dass Lucas‘ mathematisches
Werk in Frankreich bis heute kaum Beachtung gefunden hat.

Nachwuchswissenschaftler nehmen aktiv teil an
der Veranstaltung, die drei Bereiche thematisiert:

• Die mathematischen Aspekte von Lucas’ Lebenswerk: Zahlen- und Graphentheorie, endliche
Automaten, quadratfreie Folgen, Kombinatorik, Primzahltest;

• Die kognitionswissenschaftlichen Forschungen, die dem „Turm von Hanoi“ eine Vielzahl von
Nachfolgern wie den „Turm von London“ (Shallice 1982) oder den „Turm von Toronto“ (Saint-Cyr
1988) beschert haben;

• Die weitgehend unbekannte Biographie von Lucas, einem Mathematiker, der durchaus an den
Ereignissen der Zeit teil hatte (Kolonialdebatte, deutsch-französische Rivalität) und zugleich am
Rande der wissenschaftlichen Netzwerke wirkte.

Der Dialog zwischen verschiedenen Traditionen und Generationen könnte die Lösung noch offener
Probleme vorantreiben. Er könnte aber auch prüfen, ob sich noch andere der von Édouard Lucas
erfundenen „récréations mathématiques“ als Versuchsparadigmen für die modernen Kognitionswissenschaften
eignen. Insgesamt wird die Tagung einen neuen Blick auf den Turm von Hanoi und
seine Ursprünge sowie auf die unterschiedliche Rezeption des Werkes von Lucas in Frankreich und
Deutschland ermöglichen.

Ablauf der Tagung:
An die Vorträge von jeweils 20 Minuten schließen sich 10-20 Minuten Diskussion an sowie die Poster-
Beiträge der Nachwuchswissenschaftler, die essentieller Bestandteil des Tagungsprogramms sind.
Hauptakzent der Tagung ist der thematische und methodische Austausch zwischen Wissenschaftlern
aus den drei unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Großzügige Diskussionszeiten sind eingeplant,
abschließend wird eine Diskussion in großer Runde auch den weiteren Teilnehmerkreis (lokale
Forscher und Studenten, Kollegen aus Nachbardisziplinen) einbeziehen. Die Tagungsbeiträge werden
veröffentlicht.

Konferenzsprachen sind Englisch und Französisch.

Ansprechperson in der BayFOR ist
Frau Dr. Florence Gauzy
Wissenschaftliche Referentin für Bayern-Québec/Alberta/Internationales

E-Mail:
Internet: http://www.bayfor.de/internationale-kooperationen

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