Hintergrund der Wissenschaftlichen Koordinierungsstelle Bayern-Québec/Alberta/International
Der Freistaat Bayern und die Provinz Québec in Kanada pflegen seit über 35 Jahren eine umfassende intergouvernementale Zusammenarbeit. Im Rahmen dieses institutionellen Austauschs fördert auf bayerischer Seite die WKS Bayern-Québec/Alberta/International den kontinuierlichen Aufbau bilateraler Forschungsprojekte in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Darüber hinaus unterstützt sie im Einzelfall wissenschaftliche Kooperationsprojekte mit der westkanadischen Provinz von Alberta. Auf kanadischer Ebene pflegt sie eine Partnerschaft mit dem National Research Council NRC. Seit der Assoziierung von Kanada im europäischen Forschungsrahmenprogramm begleitet sie gemeinsame Vorhaben in Säule II von Horizon Europe.
Im multilateralen Bereich betreut die WKS Bayern-Québec/Alberta/International im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung die wissenschaftlichen Aktivitäten im Netzwerk der sieben Regionen des Regional Leaders Summit, RLS.
Seit 2020 unterstützt die WKS Bayern-Québec/Alberta/International zudem zwei Sonderprojekte der bayerischen Staatskanzlei: den 5G-Korridor München-Prag und die Projektstelle MedTech Bayern-Polen.
Unterstützungsangebot
Die WKS Bayern-Québec/Alberta/International der BayFOR unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an bayerischen Universitäten und Hochschulen, die mit diesen Ländern und Regionen ein Forschungs- und Innovationsvorhaben realisieren möchten. Länderspezifisch werden folgende Aufgaben wahrgenommen:
- Betreuung von internationalen Kooperationsprojekten in Forschung und Innovation
- Wissenschaftliche, administrative und finanzielle Unterstützung (Mobilitätsbeihilfen) für bilaterale Projekte, von der Idee bis zur Umsetzung
- Vernetzungsaktivitäten zwischen den verschiedenen Forschungs- und Innovationsakteuren, beispielsweise durch die Begleitung von Delegationsreisen
- Projektbezogener Aufbau von multilateralen F&I-Konsortien
Arbeitsweise
Informationen zur Arbeitsweise der WKS Bayern-Québec/Alberta/International finden Sie hier.
Bayern-Québec
Bayern und Québec: 35 Jahre Kooperation
Die heutige Zusammenarbeit zwischen Bayern und Québec beruht auf einer langjährigen Tradition der bilateralen Partnerschaft, die auf den Anfang der 1980er Jahre zurückgeht und 1989 institutionalisiert wurde. Diese Zusammenarbeit erstreckt sich auf weite Gebiete aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Bildung und Erziehung, Kultur und Gesellschaft. Im Zusammenspiel erzielen sie wichtige Synergieeffekte.
In gemeinsamen Sitzungen, die alle zwei Jahre abwechselnd in Bayern und Québec stattfinden, werden inhaltliche Prioritäten für den anschließenden Zweijahreszeitraum festgesetzt. Die 17. Arbeitsgruppensitzung fand 2023 statt. Beide Seiten verfügen über staatliche Fördermittel zur Unterstützung gemeinsamer Initiativen nach dem Prinzip der Reziprozität. Im Bereich der Wissenschaft, Forschung und Technologie ist das bayerische Mobilitätsprogramm besonders hervorzuheben. Das Mobilitätsprogramm ermöglicht Aktivitäten zur Vernetzung von Wissenschaftlern aus Bayern und Québec und gewährleistet somit eine Anschubfinanzierung für entstehende Forschungsvorhaben.
Rund 18 laufende gemeinsame Projekte in unterschiedlichen Fachbereichen
An die achtzehn gemeinsamen Projekte werden gegenwärtig unter der Kooperationsrubrik Wissenschaft, Forschung und Technologie von beiden Regierungen finanziell und organisatorisch unterstützt. Folgende Fachbereiche werden vertreten:
- Energietechnologien und Erneuerbare Energien, insb. Wasserstoff-Technologien
- Klimawandel
- Transport (e-Mobility)
- Neue Materialien & Luftfahrt
- Neurowissenschaften
- Medizintechnik
- Arktikforschung
- Seit 2019 KI und Digital Health
Projekte unterschiedlicher Größe, Zielsetzung und Entwicklung
In Bayern erfolgt ein dreistufiger Projektaufbau
Wie entfaltet sich ein Projekt? In den meisten Fällen wenden sich Forschende an bayerischen Hochschulen oder Forschungszentren an die wissenschaftliche Koordinierungsstelle Bayern-Québec, um ein Projektvorhaben mit Québec zu besprechen. Umgekehrt kann die Wissenschaftliche Koordinierungsstelle bestimmte Themen und Forschungsgruppen identifizieren, die für ein Forschungsvorhaben aus Québec relevant wären. Es kommt auch vor, dass uns eine Anfrage aus Québec erreicht und wir dafür die passenden Partner in Bayern suchen. In einem ausführlichen Erstgespräch werden jedenfalls Ziele, Kontext und Modalitäten einer Forschungskooperation mit Québec individuell besprochen.
Danach durchlaufen die Projekte gewöhnlich drei Stufen: Vernetzung, Anbahnung, Erweiterung.
Es werden jeweils zur Verfügung gestellt:
- Mobilitätsbeihilfen (jederzeit, laufend)
- Kooperationsmittel (alle zwei Jahre, nach dem Reziprozitätsprinzip)
- Unterstützung bei der Drittmitteleinwerbung (DFG, EU, internationale Förderprogramme)
Wir freuen uns auf Ihre Projektideen!
Bayern-Alberta
Hintergrund der wissenschaftlichen Kooperation Bayern-Alberta
Anders als die langjährige Zusammenarbeit zwischen Bayern und Québec, die in einem festen institutionellen Kooperationsrahmen abläuft, besteht der wissenschaftlich-technische Dialog mit Alberta erst seit einigen Jahren. Dennoch sind in zukunftsweisenden Bereichen wie z. B. Energie, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Life Sciences sowohl gemeinsame Forschungsinteressen als auch komplementäre Ansätze bereits vielfältig vorhanden.
Eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung und Technologie wurde zuletzt am 23. Oktober 2017 zwischen der Bayerischen Staatsregierung und der Regierung von Alberta unterzeichnet.
Im Auftrag der Bayerischen Staatskanzlei unterstützt die wissenschaftliche Koordinierungsstelle Bayern-Alberta an der Bayerischen Forschungsallianz den Aufbau gemeinsamer Forschungsprojekte.
Partnerregionen RLS
Hintergrund der wissenschaftlichen Kooperation innerhalb der Partnerregionen des Regional Leaders Summit (RLS)
Regierungschefkonferenz der Partnerregionen
Die Regierungschefkonferenz (RCK), ein globales Netzwerk aus sieben Partnerregionen, das fünf Kontinente umspannt, wurde Anfang der 2000er Jahre mit dem Ziel ins Leben gerufen, die weltweite Zusammenarbeit Bayerns in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken, um den Herausforderungen der Globalisierung zu begegnen und damit einhergehende Chancen zu ergreifen. Die erste Konferenz fand 2002 auf Initiative Bayerns in München statt. Seitdem treffen sich die Regierungschefs der Partnerregionen im zweijährlichen Turnus. Thematische Schwerpunkte der bisherigen Konferenzen waren unter anderem "Politik für Generationen", "Ressourceneffiziente Gesellschaft" und "Nachhaltige Energie und Entwicklung".
Neben dem Austausch der Regierungschefs und der Weiterentwicklung der bilateralen Zusammenarbeit setzen die Partnerregionen seit dem Gipfel 2016 in München vermehrt auf gemeinsame multilaterale Projekte mit einem Mehrwert für die einzelnen Partner.
Die Regierungschefkonferenz ist ein wichtiges Kooperationsinstrument Bayerns in einem Netzwerk mit sieben Regionen weltweit:
- Bayern (Deutschland)
- Georgia (USA)
- Québec (Kanada)
- São Paulo (Brasilien)
- Shandong (Volksrepublik China)
- Oberösterreich (Österreich)
- Westkap (Südafrika)
Mehr Informationen finden Sie auf den Webseiten von RLS-Sciences (englisch).
Forscherinnen und Forscher wissenschaftlicher Einrichtungen aller sieben Regionen arbeiten in fünf multilateralen Projekten zu Forschungs- und Innovationsthemen zusammen:
- Dialog zur Digitalisierung
- Globaler Luftfahrt-Campus
- Kleinstsatelliten
- Netzwerk Erneuerbare Energien
- Digital Health
Die aktuelle Strukturgrafik zu RLS-Sciences finden Sie hier.
Vergangene Regierungschefkonferenzen
- 15.-18. September, 2024 – Québec, Kanada
- 25.-26. September, 2023 – Shandong, China
- 11. November, 2021 – Linz, Österreich
- 17.-18. Mai, 2018 – Québec, Kanada
- 14.-15. Juli, 2016 – München, Deutschland
- 2.-3. Juni, 2014 – Atlanta, USA
- 11.-12. April, 2012 – São Paolo, Brasilien
- 27.-29. September, 2010 – Kapstadt, Südafrika
- 6.-7. August, 2008 – Georgia, USA
- 11.-12. Juli, 2006 – Linz, Österreich
- 9.-10. Dezember, 2004 – Québec, Kanada
- 30.-31. Januar, 2002 – München, Deutschland


