Europäischer Sozialfonds Plus (ESF+)

Aktualisiert am 22. Juli 2026

Der Europäische Sozialfonds Plus (ESF+) ist gemeinsam mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) einer der wichtigsten EU-Strukturfonds. Er unterstützt Investitionen in Menschen und trägt dazu bei, Beschäftigung, Bildung, Qualifizierung und soziale Teilhabe in Europa zu stärken.

Im Gegensatz zu zentral verwalteten EU-Förderprogrammen wie Horizon Europe werden die Mittel des ESF+ nicht direkt von der Europäischen Kommission vergeben. Stattdessen stellt die Europäische Union den Mitgliedstaaten Finanzmittel zur Verfügung, die diese im Rahmen nationaler oder regionaler Förderprogramme entsprechend ihrer jeweiligen Bedarfe einsetzen.

Der ESF+ setzt die Europäische Säule sozialer Rechte um und leistet einen wichtigen Beitrag zu einem wettbewerbsfähigen, inklusiven und resilienten Europa. Neben der Verbesserung von Beschäftigungs- und Bildungschancen unterstützt der Fonds auch die Fachkräftesicherung sowie die soziale Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Für die Förderperiode 2021–2027 stehen europaweit rund 99,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Parallel laufen bereits die Vorbereitungen für die nächste EU-Förderperiode 2028–2034.

Programm auf einen Blick

Programm: Europäischer Sozialfonds Plus (ESF+)
Teil der EU-Kohäsionspolitik: Ja
Laufzeit der aktuellen Förderperiode: 2021–2027
Budget: rund 99,3 Milliarden Euro
Verwaltung: Mitgliedstaaten und Regionen (geteilte Mittelverwaltung) sowie teilweise direkte Verwaltung durch die Europäische Kommission
Förderschwerpunkte: Beschäftigung, Bildung, Weiterbildung, Fachkräftesicherung, soziale Inklusion, Chancengleichheit und Kompetenzen
Zielgruppen: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Arbeitssuchende, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Hochschulen, öffentliche Einrichtungen, Sozialpartner, Jugendliche sowie benachteiligte Bevölkerungsgruppen

Ziele des ESF+

Der ESF+ unterstützt Investitionen in Menschen und stärkt Europas wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt. Zu den wichtigsten Förderzielen gehören:

  • Verbesserung der Beschäftigungschancen
  • Förderung von Aus- und Weiterbildung sowie lebenslangem Lernen
  • Fachkräftesicherung und Kompetenzentwicklung
  • Unterstützung des digitalen und ökologischen Wandels durch Qualifizierung
  • Förderung der sozialen Inklusion und Chancengleichheit
  • Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung
  • Integration benachteiligter Gruppen in Bildung und Arbeitsmarkt

Der ESF+ vereint seit der Förderperiode 2021–2027 mehrere frühere EU-Förderinstrumente, darunter den Europäischen Sozialfonds (ESF), den Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (FEAD), die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen sowie Teile des Programms für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI).

Der ESF+ in Bayern

Der Freistaat Bayern setzt den ESF+ im Rahmen eines eigenen Förderprogramms um. Ziel ist es, Menschen beim Zugang zu Bildung, Ausbildung und Beschäftigung zu unterstützen, den Fachkräftebedarf zu sichern sowie die soziale Teilhabe zu stärken.

Gefördert werden unter anderem Maßnahmen in folgenden Bereichen:

  • berufliche Aus- und Weiterbildung
  • Qualifizierung von Beschäftigten
  • Fachkräftesicherung
  • Existenzgründung
  • Unterstützung benachteiligter Menschen beim Einstieg in Ausbildung und Beruf
  • Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen
  • Projekte zur sozialen Integration und Chancengleichheit

Die konkrete Ausgestaltung der Fördermaßnahmen erfolgt durch die zuständigen bayerischen Ministerien. Aktuelle Förderaufrufe und Programme finden Sie auf den Webseiten des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Die nächste Förderperiode 2028–2034

Mit ihrem Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 hat die Europäische Kommission die Planungen für die nächste EU-Förderperiode eingeleitet. Nach aktuellem Stand wird der ESF+ weiterhin zu den zentralen Instrumenten der europäischen Kohäsionspolitik gehören.

Künftig soll der ESF+ gemeinsam mit dem EFRE und weiteren Förderinstrumenten im Rahmen der neuen Nationalen und Regionalen Partnerschaftspläne (NRPP) umgesetzt werden. Die entsprechenden Verordnungsvorschläge werden derzeit zwischen der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament verhandelt.

Synergien zwischen Horizon Europe und ESF+ nutzen

Der ESF+ und Horizon Europe verfolgen unterschiedliche Ziele, ergänzen sich jedoch hervorragend.

Während Horizon Europe Forschungs- und Innovationsprojekte fördert, unterstützt der ESF+ die Entwicklung der dafür notwendigen Kompetenzen und Fachkräfte. Er finanziert beispielsweise Qualifizierungsmaßnahmen, Wissenstransfer, Weiterbildung oder Projekte zur Integration von Fachkräften in innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Die Europäische Kommission empfiehlt ausdrücklich, Synergien zwischen verschiedenen EU-Förderinstrumenten zu nutzen. Dadurch können Forschungs- und Innovationsergebnisse erfolgreicher in Wirtschaft und Gesellschaft überführt sowie der Fachkräftebedarf für Zukunftstechnologien langfristig gesichert werden.

BayFOR unterstützt bei der Kombination europäischer Förderinstrumente

Die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) unterstützt Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen dabei, geeignete europäische Förderinstrumente miteinander zu kombinieren.

Gerade an der Schnittstelle zwischen Horizon Europe, dem EFRE und dem ESF+ entstehen vielfältige Möglichkeiten, Forschung, Innovation, Wissenstransfer und Kompetenzentwicklung strategisch miteinander zu verbinden. Die BayFOR berät bei der Entwicklung entsprechender Förderstrategien und unterstützt dabei, Synergien zwischen europäischen Programmen optimal zu nutzen.

Weiterführende Informationen

Kontakt in der BayFOR:

Ass. jur. Martin Reichel

Ass. jur. Martin Reichel
Geschäftsführer
Telefon: +49 89 9901888-0
E-Mail: reichel@no-spam-pleasebayfor.org

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