Öffentlich-private Partnerschaften unter Horizon 2020

Unter Horizon 2020 spielen öffentlich-private Partnerschaften (Public-Private Partnerships, PPPs) eine große Rolle. In diesen Partnerschaften hat sich die EU mit der Privatwirtschaft zusammengeschlossen und setzt gemeinsam mit dieser thematische Schwerpunkte. Die beteiligten Unternehmen schließen sich dabei jeweils als Initiative bzw. Verein zusammen, welcher dann Vertragspartner der EU ist. Das Budget für PPPs kommt maximal zur Hälfte von der EU, den Rest steuert die Industrie bei. Drei Typen von öffentlich-privaten Partnerschaften im Forschungsbereich werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Vertragliche Partnerschaften (contractual PPPs, cPPPs)

Die vertraglichen Partnerschaften organisieren selbst keine Ausschreibungen, vielmehr sind die Themen Teil der regulären Ausschreibungen unter Horizon 2020. Themenschwerpunkte werden im Rahmen von mehrjährigen Roadmaps durch die Privatwirtschaft festgelegt und von der EU-Kommission als Grundlage für die Ausarbeitung der Horizon-2020-Arbeitsprogramme herangezogen.

Derzeit gibt es unter Horizon 2020 zehn vertragliche Partnerschaften:

Advanced 5G networks for the Future Internet (5G)
Big Data Value
Cybersecurity
Energy-efficient Buildings (EeB)
European Green Vehicles Initiative (EGVI)
Factories of the Future (FoF)
High-Performance Computing (HPC)
Photonics
Robotics (SPARC)
Sustainable Process Industry (SPIRE)

Gemeinsame Technologieinitiativen (JTIs)

Auch die "Gemeinsamen Unternehmungen" (Joint Undertakings, JUs) mit ihren "Gemeinsamen Technologieinitiativen" (Joint Technology Initiatives, JTIs) basieren auf Zusammenschlüssen zwischen EU und einer industriegeführten Initiative. Im Gegensatz zu den vertraglichen Partnerschaften sind sie jedoch weitgehend autonom. Die öffentlichen Mittel stammen aus Horizon 2020; Ausschreibungen werden jedoch unabhängig von Horizon 2020 durchgeführt und haben zum Teil abweichende Beteiligungsregeln. Gefördert werden große, multinationale Forschungs- und Innovationsaktivitäten.

Aktuell bestehen sieben JTIs:

JTI Bio-based Industries (BBI)
JTI Rail (Shift2Rail)
JTI Aeronautics and Air Transport (Clean Sky 2)
JTI Innovative Medicines Initiative (IMI 2)
JTI Fuel Cells and Hydrogen (FCH 2)
JTI Electronic Components and Systems for European Leadership (ECSEL)
JU Single European Sky ATM Research (SESAR)

Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KICs)

Die unter dem European Institute of Innovation & Technology geförderten Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KICs) sind große, pan-europäische Netzwerke, die Hochschulen, Forschungseinrichtungen, KMU, Großindustrie und weitere Stakeholder einschließen und Themen aus dem Bereich der gesellschaftlichen Herausforderungen abdecken. KICs haben eine Laufzeit von mindestens sieben Jahren und vereinen kurz-, mittel- und langfristige Projekte und Maßnahmen im Dreieck Forschung, Bildung und Innovation. Damit wird innerhalb von KICs die gesamte Wertschöpfungskette abgebildet. Die Netzwerke agieren weitestgehend autonom und erhalten eine Anteilsfinanzierung über das European Institute of Innovation & Technology.

Aktuell gibt es sechs KICs:

EIT Climate-KIC
EIT Digital
EIT InnoEnergy
EIT Health
EIT Raw Materials
EIT Food

Weitere KICs sind bereits in Planung bzw. ausgeschrieben: https://eit.europa.eu/collaborate/2018-call-for-proposals

Kompetente Unterstützung für exzellente Forschung in Bayern, Europa und der Welt

Schnell zum Ziel

Kompetente Unterstützung für exzellente Forschung in Bayern, Europa und der Welt

Logo der Bayerischen Forschungs- und Innovationsagentur