Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA)
Die Europäische Kommission hat die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) ins Leben gerufen, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – ebenso wie technisches und administratives F&I-Personal – über Länder- und Sektorgrenzen hinweg mobil zu machen. Die MSCA sollen Europa für kluge Köpfe attraktiver machen und einen starken Pool an Forschenden und Entwicklern aufbauen. Das Programm baut dabei auf folgenden Grundsätzen auf:
- Exzellenz: Die MSCA unterstützen exzellente Forschende. Sie fördern auch Exzellenz in der Forschungs- und Innovationszusammenarbeit, im Wissenstransfer, in den Methoden und Inhalten sowie in der Ausbildung, Betreuung und Laufbahnberatung.
- Mobilität: Die MSCA unterstützen die Mobilität von Forschenden zwischen Ländern, Sektoren und Disziplinen, um neue Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen zu erwerben.
- Bottom-up und offen für die Welt: Die MSCA sind offen für alle Bereiche der Forschung und Innovation und fördern die internationale Zusammenarbeit, um strategische Kooperationen zu schaffen.
Unter Horizon Europe haben die MSCA ein Budget von 6,6 Milliarden Euro.
Wichtig sind der EU dabei die Entstehung und Pflege europäischer und internationaler Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und anderen sozioökonomischen Akteuren.
Zielgruppe der MSCA
- Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen
- Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler
- Doktorandinnen und Doktoranden sowie
- erfahrene Forschende
Finanzierung der MSCA
Die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen folgen ihrem eigenen Finanzierungsmuster – und das unterscheidet sich deutlich vom Rest des Horizon-Europe-Programms. Gefördert werden konkrete Projektbestandteile – mit bis zu 100 Prozent Kostendeckung.
Wer das Geld bekommt? Nicht einzelne Forschende, sondern stets die koordinierende Einrichtung, die gleichzeitig auch Vertragspartner der EU ist – mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat oder einem assoziierten Land. Auch bei Projekten mit Partnern aus Drittstaaten bleibt die EU-Zuwendung bei der europäischen Einrichtung.
Die EU unterscheidet bei den Zuschüssen zwei Kostenarten:
1. Für Forschende: Einrichtungen erhalten pauschale Beträge für die Anstellung – abhängig von Qualifikation, Mobilität und Familienstand der Geförderten. Ein Landesfaktor passt die „Living Allowance“ an das Preisniveau vor Ort an.
Wichtig: Das Geld ist als Bruttogesamtbetrag für das Arbeitsverhältnis gedacht. Die EU verlangt ein reguläres Vollzeitanstellungsverhältnis – Stipendien sind ausgeschlossen.
2. Für die Einrichtungen: Hier fördert die EU Forschungs- und Ausbildungskosten, Wissenstransfer sowie Management und Administration.
Welche Kategorien gelten und in welcher Höhe gefördert wird, steht im Arbeitsprogramm der MSCA – klar gegliedert in Tabellenform. Weitere Details liefert der jeweilige Guide for Applicants.
Für die gesamte Laufzeit unter Horizon Europe stehen den MSCA rund 6,6 Milliarden Euro zur Verfügung – ein starkes Signal für exzellente Forschung in Europa.
Die EU fördert als MSCA
Doctoral Networks (vorher: ITN): Netzwerke zur Doktorandenausbildung
Postdoctoral-Fellowships (vorher: IF): Forschungsaufenthalte
Staff Exchanges (Vorher: RISE): Innovationsanreize durch Personalaustauschprogramme
COFUND: Kofinanzierung für Mobilitätsprogramme
„MSCA and Citizens“ (Vorher: NIGHT): Öffentliche Veranstaltungen zur Vermittlung von Wissenschaft und Forschung
Überblick über die Namensänderung der MSCA-Maßnahmen unter Horizon Europe:
Doctoral Networks DN (vorher: ITN): Netzwerke zur Doktorandenausbildung
Doctoral Networks (DN) sind europäische Netzwerke zur Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, die an einem gemeinsamen Forschungsprojekt arbeiten. In diesen Netzwerken sollen die jungen Forschenden ihre Kompetenzen international, interdisziplinär und intersektoral erweitern. Besonders die Vernetzung aus akademischen Einrichtungen und Unternehmen soll ihre Karrierechancen steigern.
Bei den DNs muss das Konsortium aus mindestens drei Einrichtungen aus drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten oder aus Horizon-Europe-assoziierten Staaten mit mindestens einer Einrichtung aus einem EU-Mitgliedstaat bestehen. Jeder Partner eines Konsortiums muss mindestens eine Doktorandin bzw. einen Doktoranden einstellen. Die maximale Laufzeit der Netzwerke beträgt vier Jahre. Innerhalb dieser Zeit fördert die EU bis zu 360 Personenmonate für die Anstellung von Nachwuchswissenschafterinnen bzw. Nachwuchswissenschaftlern.
Sonderformen der Doctoral Networks sind die Industrial Doctorates (ID) mit einer besonders starken Beteiligung der Industrie und die Joint Doctorates (JD) mit gemeinsamen bzw. multiplen Promotionen. Die EU fördert diese mit bis zu 540 Personenmonaten.
- Industrial Doctorates (ID): Promotion mit Praxisbezug
Bei MSCA Industrial Doctorates arbeiten Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen eng zusammen. Das Konsortium muss aus mindestens drei Einrichtungen bestehen. Mindestens zwei davon kommen aus unterschiedlichen Sektoren: eine aus dem akademischen, eine aus dem nicht-akademischen Bereich. Die Doktorandinnen und Doktoranden verbringen mindestens 50 Prozent ihrer Projektzeit im Unternehmen. So verbinden sie wissenschaftliche Exzellenz mit praktischer Anwendung. Eine gemeinsame Betreuung ist möglich. Dabei dürfen akademische und unternehmerische Partner auch im selben Land angesiedelt sein. - Joint Doctorates (JD): Gemeinsame internationale Promotion
MSCA Joint Doctorates fördern strukturierte Promotionsprogramme mit internationalem Profil. Das Konsortium besteht aus mindestens drei Einrichtungen, die Doktortitel vergeben dürfen. Mindestens zwei dieser Einrichtungen müssen berechtigt sein, einen gemeinsamen, doppelten oder mehrfachen Doktortitel zu verleihen. Sie müssen außerdem in einem EU-Mitgliedstaat oder in einem mit Horizon Europe assoziierten Staat ansässig sein. Joint Doctorates stärken die internationale Zusammenarbeit in der Doktorandenausbildung. Sie schaffen klare Promotionswege, gemeinsame Betreuung und anerkannte Abschlüsse über Ländergrenzen hinweg.
Postdoctoral-Fellowships: Forschungsaufenthalte für promovierte Forschende
Die MSCA Postdoctoral Fellowships, kurz PF, fördern promovierte Forschende, die ihre wissenschaftliche Laufbahn international weiterentwickeln möchten. Das Programm hieß früher Individual Fellowships, kurz IF.
Die Förderung richtet sich an Forscherinnen und Forscher, die im Ausland forschen, neue Kompetenzen erwerben und ihre Karriere gezielt ausbauen wollen. Postdoctoral Fellowships ermöglichen Forschungserfahrung in anderen Ländern, Disziplinen und Sektoren. Dazu zählen auch Aufenthalte in nicht-akademischen Einrichtungen, etwa in Unternehmen, Behörden, NGOs oder anderen Organisationen.
Ziel der Marie-Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellowships ist es, exzellente Forschung zu fördern und die Karriereentwicklung von Postdocs zu unterstützen. Die Fellowships stärken internationale Mobilität, interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.
Bewerberinnen und Bewerber müssen zum Ablauf der Bewerbungsfrist über einen Doktorgrad verfügen. Auch Forschende, die ihre Dissertation bereits erfolgreich verteidigt haben, deren Doktortitel aber noch nicht offiziell verliehen wurde, können sich bewerben.
Wichtig ist außerdem die Erfahrungsvoraussetzung: Bewerberinnen und Bewerber dürfen in der Regel höchstens acht Jahre Forschungserfahrung nach der Verleihung des Doktorgrades nachweisen.
Staff Exchanges SE (vorher: RISE): Forschung und Innovation durch internationalen Personalaustausch
Die MSCA Staff Exchanges, kurz SE, fördern den internationalen, sektorübergreifenden und interdisziplinären Austausch von Personal. Die Förderlinie hieß früher Research and Innovation Staff Exchange, kurz RISE.
Ziel der Staff Exchanges ist es, nachhaltige Kooperationen zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, KMU und anderen nicht-akademischen Organisationen aufzubauen. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte, bei denen Wissen, Methoden und Erfahrungen über Länder-, Fach- und Sektorgrenzen hinweg geteilt werden.Gefördert wird die zeitlich befristete Entsendung von Personal zwischen den beteiligten Einrichtungen. Die entsandten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwerben neue Kenntnisse, erweitern ihre fachlichen und überfachlichen Kompetenzen und stärken ihre internationale Karriereentwicklung. Gleichzeitig bauen die teilnehmenden Organisationen ihre Forschungs- und Innovationskapazitäten aus und schaffen langfristige Partnerschaften.
Wer kann an MSCA Staff Exchanges teilnehmen?
Teilnehmen können internationale Konsortien aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen sowie weiteren Organisationen aus dem nicht-akademischen Bereich. Ein Konsortium muss aus mindestens drei Organisationen in drei verschiedenen Ländern bestehen. Mindestens zwei dieser Organisationen müssen in unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten oder in mit Horizon Europe assoziierten Ländern ansässig sein. Über diese Mindestanforderung hinaus können Organisationen aus der ganzen Welt eingebunden werden. Besteht ein Konsortium ausschließlich aus Organisationen desselben Sektors, also nur aus akademischen oder nur aus nicht-akademischen Einrichtungen, muss mindestens eine Organisation aus einem nicht-assoziierten Drittland beteiligt sein.
Wie funktioniert der Personalaustausch?
Staff-Exchange-Projekte können bis zu vier Jahre dauern. Die EU fördert Entsendungen einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von mindestens einem Monat bis höchstens zwölf Monaten. Der Austausch zwischen Einrichtungen in EU-Mitgliedstaaten oder mit Horizon Europe assoziierten Ländern soll in der Regel sektorübergreifend erfolgen, also etwa zwischen Hochschule und Unternehmen. Entsendungen innerhalb desselben Sektors sind möglich, wenn sie interdisziplinär angelegt sind. Bei Kooperationen mit nicht-assoziierten Drittländern kann der Austausch auch innerhalb desselben Sektors und Fachgebiets stattfinden.Nach der Entsendung kehren die Teilnehmenden in der Regel an ihre entsendende Einrichtung zurück. So fließen das erworbene Wissen, neue Methoden und internationale Kontakte direkt in die Organisation zurück. Das stärkt den Wissenstransfer und die langfristige Zusammenarbeit im Konsortium.
Wer ist förderfähig?
An Staff Exchanges können Forschende aller Karrierestufen teilnehmen, von Doktorandinnen und Doktoranden bis zu Postdocs und erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Auch Verwaltungs-, Fach-, Technik- und Führungskräfte sind förderfähig, wenn sie an den Forschungs- und Innovationsaktivitäten des Projekts beteiligt sind. Die Nationalität der Teilnehmenden spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass sie vor der ersten Entsendung mindestens einen Monat an der entsendenden Einrichtung in Forschungs- und Innovationsaktivitäten eingebunden oder mit diesen verbunden waren.
Was finanziert die EU?
Die Förderung unterstützt die Mobilität des entsandten Personals. Dazu gehören Zuschüsse für Reise-, Aufenthalts- und Unterbringungskosten. Zusätzlich können Mittel für besondere Bedürfnisse bereitgestellt werden, sofern diese erforderlich sind. Darüber hinaus finanziert die EU Forschungs-, Schulungs- und Vernetzungsaktivitäten sowie Management- und indirekte Kosten. Damit stärken MSCA Staff Exchanges nicht nur einzelne Karrierewege, sondern auch die internationale Sichtbarkeit, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Organisationen.
COFUND: Kofinanzierung für internationale Promotions- und Postdoc-Programme
MSCA COFUND ist eine Förderlinie der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen im Rahmen von Horizon Europe. Sie unterstützt neue und bestehende regionale, nationale und internationale Programme für die Ausbildung, Mobilität und Karriereentwicklung von Forschenden. Im Mittelpunkt stehen hochwertige Doktorandenprogramme und Postdoc-Programme. COFUND verbreitet bewährte MSCA-Standards in der Forschungsausbildung. Dazu gehören transparente Auswahlverfahren, gute Arbeitsbedingungen, internationale Mobilität, interdisziplinäre Forschung und sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.
Was fördert MSCA COFUND?
COFUND kofinanziert Programme, die Forschenden strukturierte Ausbildung, internationale Erfahrung und bessere Karriereperspektiven bieten. Die Programme können thematisch offen sein oder sich auf bestimmte Forschungsbereiche konzentrieren. Auch eine Ausrichtung an regionalen oder nationalen Forschungs- und Innovationsstrategien ist möglich. Die EU-Förderung erfolgt als COFUND-Zuschuss pro Forschendenmonat. Dieser Zuschuss unterstützt die Kosten des Programms, insbesondere die Beschäftigung und Förderung der ausgewählten Forschenden. Die geförderten Einrichtungen ergänzen die EU-Mittel durch eigene Finanzierungsbeiträge.
COFUND-Projekte können eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren haben. Die einzelnen Fellowships oder Promotionsstellen müssen mindestens drei Monate dauern.
Wer kann COFUND beantragen?
COFUND richtet sich nicht an einzelne Forschende als direkte Antragstellende. Anträge stellen Organisationen, die Promotions- oder Postdoc-Programme finanzieren, verwalten oder durchführen.
Dazu zählen insbesondere öffentliche Einrichtungen, regionale Behörden, Förderorganisationen, Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Akteure aus Forschung und Innovation.
Ein COFUND-Projekt wird in der Regel von einer einzelnen antragstellenden Organisation koordiniert. Weitere Einrichtungen können als durchführende Partner eingebunden werden, etwa als Gasteinrichtungen, Arbeitgeber oder Ausbildungs- und Forschungspartner.
Welche COFUND-Programme gibt es?
- COFUND Doctoral Programmes fördern strukturierte Promotionsprogramme. Sie richten sich an Nachwuchsforschende, die noch keinen Doktorgrad besitzen und während des Projekts in ein Promotionsprogramm eingeschrieben sein sollen. Die Programme verbinden wissenschaftliche Ausbildung mit internationaler, interdisziplinärer und sektorübergreifender Mobilität. Ziel ist der Erwerb eines Doktorgrades sowie der Aufbau fachlicher, methodischer und überfachlicher Kompetenzen.
COFUND Postdoctoral Programmes fördern individuelle Forschungs- und Karriereentwicklungsstipendien für promovierte Forschende. Bewerberinnen und Bewerber müssen über einen Doktorgrad verfügen. Forschende, die ihre Dissertation bereits erfolgreich verteidigt haben, deren Doktortitel aber noch nicht offiziell verliehen wurde, gelten ebenfalls als förderfähig. Postdoc-Programme unterstützen fortgeschrittene Forschungsausbildung, internationale Mobilität, neue Forschungserfahrung und berufliche Entwicklung. Die Forschenden sollten nicht bereits dauerhaft bei der aufnehmenden Einrichtung beschäftigt sein.
Wer kann sich auf COFUND-Stellen bewerben?
Forschende bewerben sich nicht direkt bei der Europäischen Kommission, sondern auf offene Stellen in bereits geförderten COFUND-Projekten. Diese Stellen werden international ausgeschrieben, häufig über das europäische Forschungsportal EURAXESS und über die Websites der jeweiligen Programme. Bewerberinnen und Bewerber können grundsätzlich jede Staatsangehörigkeit haben. Entscheidend sind die jeweiligen Ausschreibungsbedingungen des COFUND-Programms sowie die Mobilitätsregel: In der Regel dürfen Forschende in den 36 Monaten vor der Bewerbungsfrist des jeweiligen COFUND-Programms nicht länger als zwölf Monate im Land der aufnehmenden Organisation gelebt oder dort ihre Haupttätigkeit ausgeübt haben.
Aktueller Stand der Ausschreibung
Der MSCA COFUND Call 2026 ist abgeschlossen. Die Einreichungsfrist endete am 8. April 2026. Die EU plant, aus diesem Call rund 30 Projekte mit einem indikativen Budget von 105,5 Millionen Euro zu fördern. Organisationen, die ein Promotionsprogramm oder Postdoc-Fellowship-Programm aufbauen oder weiterentwickeln möchten, sollten kommende COFUND-Ausschreibungen frühzeitig vorbereiten. Forschende, die eine Promotions- oder Postdoc-Stelle suchen, sollten regelmäßig die offenen COFUND-Stellen auf EURAXESS und auf den Websites geförderter Programme prüfen.
MSCA and Citizens: Wissenschaft für die Öffentlichkeit sichtbar machen
MSCA and Citizens ist die Förderlinie der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen, die Forschung und Forschende näher an die Gesellschaft bringt. Im Mittelpunkt stehen Wissenschaftskommunikation, Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sowie der direkte Austausch zwischen Forschung, Schulen und Öffentlichkeit.
Die Aktion fördert vor allem zwei Formate: die European Researchers’ Night und die Initiative Researchers at Schools. Beide Formate machen Forschung verständlich, erlebbar und zugänglich. Sie richten sich besonders an Familien, Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie an Zielgruppen, die bisher wenig Zugang zu Wissenschaft, Forschung und STEAM-Themen haben.
European Researchers’ Night: Forschung erleben
Die European Researchers’ Night ist eine europaweite Veranstaltung zur Wissenschaftskommunikation. Sie findet traditionell am letzten Freitag im September statt. Universitäten, Forschungseinrichtungen, Museen, Unternehmen und weitere Organisationen öffnen ihre Türen und zeigen, wie Forschung funktioniert und warum sie für den Alltag wichtig ist.
Besucherinnen und Besucher erleben Wissenschaft durch Ausstellungen, Experimente, Workshops, Vorträge, Wissenschaftsshows, Spiele, Wettbewerbe und Mitmachformate. Ziel ist es, Forschung greifbar zu machen, Vertrauen in Wissenschaft zu stärken und junge Menschen für wissenschaftliche Karrieren zu begeistern.
Researchers at Schools: Forschende im Klassenzimmer
Die Initiative Researchers at Schools bringt Forschende direkt in Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in aktuelle Forschungsfragen und sprechen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über Themen, die Gesellschaft und Zukunft prägen.
Dazu gehören zum Beispiel Klimawandel, Gesundheit, Digitalisierung, nachhaltige Entwicklung, Ernährung, Energie, Demokratie, Sicherheit und neue Technologien. Der Austausch soll Neugier wecken, Forschungskompetenz stärken und jungen Menschen zeigen, welche beruflichen Wege in Wissenschaft und Innovation möglich sind.
Wer kann sich an MSCA and Citizens beteiligen?
Antragsberechtigt sind in der Regel Organisationen, die Wissenschaft vermitteln, Forschung betreiben oder den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft stärken. Dazu zählen insbesondere:
Forschungseinrichtungen und Hochschulen, öffentliche und private Organisationen, Unternehmen, KMU, öffentliche Behörden, wissenschaftliche Museen, Stiftungen, Bildungsakteure, Medienorganisationen und weitere Einrichtungen aus Wissenschaftskommunikation, Bildung und Innovation.
Was wird gefördert?
MSCA and Citizens finanziert die Organisation und Durchführung öffentlichkeitswirksamer Aktivitäten rund um die European Researchers’ Night und Researchers at Schools. Dazu gehören Kommunikationskampagnen, Veranstaltungen, Schulaktivitäten, Mitmachformate, Vernetzungsaktivitäten, Projektmanagement und Maßnahmen zur Wirkungsmessung.
Die Förderung erfolgt in der Regel über Pauschalbeträge. Gefördert werden Projekte, die Forschung sichtbar machen, die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft erklären und den Austausch zwischen Forschenden und Öffentlichkeit nachhaltig stärken.
Aktueller Stand der Ausschreibung
Der MSCA and Citizens Call 2025 ist abgeschlossen. Aus diesem Call werden Projekte gefördert, die die European Researchers’ Night 2026 und 2027 sowie Researchers-at-Schools-Aktivitäten über zwei Jahre umsetzen.
Eine nächste vergleichbare Ausschreibung ist bereits angekündigt: Der MSCA and Citizens Call 2027 soll voraussichtlich am 9. März 2027 öffnen und am 8. Juni 2027 schließen. Das indikative Budget beträgt 15,71 Millionen Euro. Erfolgreiche Projekte sollen voraussichtlich Anfang 2028 starten.
Organisationen, die Wissenschaftskommunikation, Public Engagement oder schulische Outreach-Aktivitäten planen, sollten den kommenden Call frühzeitig vorbereiten und geeignete Partner in Europa identifizieren.
Mehr zu den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) im Web
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