ARDIA-Net

Gebirge - Alpenraum

Entwicklung eines F&I-Förderprogrammes für den Alpenraum

Aktuell gibt es kein Förderprogramm für Forschung, Entwicklung und Innovation, das thematisch auf die Bedürfnisse der Regionen im Alpenraum abgestimmt ist, die Umsetzung ihrer spezifischen Ziele unterstützt und gleichzeitig grenzüberschreitende Kooperationen ermöglicht. Das EU-Projekt ARDIA-Net hat sich nun zum Ziel gesetzt, ein solches F&I-Förderprogramm mit Fokus auf die Themen Kreislaufwirtschaft und Gesundheitsökonomie zu entwerfen, das Unternehmen (KMU), Hochschulen und ihre Forschungspartner im Alpenraum vernetzt.

Die jüngsten Ergebnisse des Interreg-Projekts S3-4AlpCluster, an dem auch die BayFOR als Projektpartner beteiligt war, zeigten, dass der Alpenraum ein transnationales Förderprogramm braucht, das interregionale Forschungs- und Innovationsprojekte ermöglicht. Noch bleiben innovative Ressourcen ungenutzt, weil regionale Synergien nur schwer entstehen können. Um die gesellschaftlichen Herausforderungen innerhalb des Alpenraums zu bewältigen, ist die gezielte Vernetzung der regional vorhandenen exzellenten Akteure durch Forschungs- und Innovationsprojekte dringend notwendig. Dies könnte idealerweise durch ein interregionales und transnationales F&I-Förderprogramm geschehen, das thematisch auf die Bedürfnisse des Alpenraums abgestimmt ist. Diese thematischen Schwerpunkte haben die Regionalregierungen des Alpenraums in ihren Innovationsstrategien (Smart Specialisation Strategies (S3)) festgehalten. Auf dieser Basis entschied das Konsortium den Fokus auf die Themen „Kreislaufwirtschaft“ und „Gesundheitsökonomie“ zu legen, weil beide für den Alpenraum von besonderer Bedeutung sind.

Das Projekt ADRIA-Net will dieses Konzept für ein an den S3 orientiertes, transnationales F&I-Förderprogramm unter aktiver Beteiligung verschiedener regionaler Akteure einem Realitätscheck unterziehen. Über die Laufzeit des Projekts von knapp zwei Jahren soll die Implementierung eines solchen Förderprogramms auf theoretischer und praktischer Ebene erarbeitet werden. Dazu haben sich sieben Projektpartner aus dem Alpenraum (Salzburg, Oberösterreich, Schweiz, Lombardei, Baden-Württemberg, Bayern) zusammengefunden, die durch ihre Expertise im Bereich von Forschungs- und Innovationförderung bereits die notwendige Erfahrung haben und mit den lokalen Akteuren aus Regierung, Forschung und Wirtschaft eng vernetzt sind.

Für dieses ambitionierte Projekt müssen die Projektpartner sowohl die Fördermittelgeber als auch -empfänger davon überzeugen, dass eine transnationale, thematisch abgestimmte F&I-Förderung von Projekten zu einer nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum führen wird. Die konkrete Umsetzung des Projekts teilt sich in drei Arbeitspakete. Zuerst wollen die Partner bereits vorhandene länderspezifische Förderprogramme identifizieren und ihre rechtliche Grundlage analysieren. Sie dienen als Ausgangspunkt für die anvisierte Synchronisierung der bereits bestehenden Förderprogramme über die regionalen Grenzen hinweg. Auch bereits bestehende transnationale Kooperationen im Alpenraum im Bereich der Kreislaufwirtschaft und Gesundheitsökonomie sind hier wichtig. Sie dienen als Grundlage, um die Bedürfnisse der regionalen Akteure in Bezug auf ein einheitliches F&I-Förderprogramm im Rahmen von Workshops zu erarbeiten. Am Ende soll eine Blaupause für ein transnationales F&I-Förderprogramm entstehen, das dann im dritten und letzten Arbeitspaket als Basis für die Diskussion mit den regionalen/nationalen Fördermittelgebern und politischen Entscheidungsträgern zur tatsächlichen Umsetzung dient.

Projektübersicht

Projektziele und Arbeitsfelder

Ziel des Projekts ARDIA-Net ist die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Förderprogramms für Forschung, Entwicklung und Innovation (FTI) für die Regierungen in der Makroregion Alpenraums, das neben den rechtlichen Bedingungen auch Blaupausen für das Programmmanagement enthält. Damit schließt ARDIA-Net eine Lücke in der europäischen Förderlandschaft, die es ermöglicht, gemeinsame Herausforderungen der 48 Regionen des Alpenraums zu lösen. Inhaltlich wird das ARDIA-Net-Rahmenprogramm auf den Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategien (auch Smart Specialisation Strategies, S3) der Regionen aufbauen, um die regionale Relevanz der spezifischen Förderlinien zu garantieren.

Folgende Modelle und Initiativen werden im Projekt erarbeitet:

  • Eine Blaupause für ein FTI-Förderprogramm, das die Synchronisation von S3-basierten Programmen im Alpenraum ermöglicht
  • Trainings zu cross-sektoralen und -regionalen S3-Kooperationsmöglichkeiten
  • Workshops zur Entwicklung von Demonstrator-Calls und -Projekten zur Umsetzung im Alpenraum
  • Strategie für nachhaltiges und erweiterbares ARDIA-Net-Programmnetzwerk
  • Strategie für eine geeignete Programmverwaltungsstruktur

Zielgruppen

Die Ergebnisse des Projekts richten sich an folgende Akteure:

  • Politische Entscheidungsträger im Bereich der Forschungs-, Technologie- und Innovationsförderung aus nationalen und regionalen Regierungen
  • Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), insb. aus den Bereichen „Bioökonomie“ und „Gesundheitsökonomie“
  • Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten
  • Öffentliche und private Akteure im Management von staatlichen Förderprogrammen
  • Öffentliche und private Akteure im Bereich der Wirtschaftsförderung und regionalen Entwicklung

BayFOR als Partner

Die Bayerische Forschungsallianz hat das Projekt intensiv in der Antragstellung unterstützt und in der strategischen Ausrichtung beraten. Die BayFOR ist als Projektpartner an ARDIA-Net beteiligt. Sie arbeitet inhaltlich an den Arbeitspaketen mit und übernimmt die Kommunikation der Ergebnisse.

Förderperiode

Von Oktober 2019 bis Juni 2022 fördert die EU dieses EU-Forschungsprojekt unter Interreg Alpine Space (Priority 4: Well-Governed Alpine Space) mit 1,6 Millionen Euro. Davon gehen 127.500 Euro an bayerische Akteure.  

Konsortium

Unter der Koordination von BIOPRO Baden-Württemberg GmbH beteiligen sich sieben weitere  Projektpartner aus dem Alpenraum (Salzburg, Oberösterreich, Schweiz, Lombardei, Baden-Württemberg, Bayern) an ARDIA-Net.

Koordinator

BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, Deutschland

Projektpartner

Anteja ECG d.o.o., Slowenien 
Bayerische Forschungsallianz GmbH, Deutschland
Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH, Österreich
Haute école d’ingénierie et d’architecture de Fribourg, Schweiz
Innovations- und Technologietransfer Salzburg GmbH, Österreich
Lombardy Green Chemistry Association, Italien
SC Sviluppo Chimica S.p.A., Italien

ARDIA-Net-Logo

Dr. Philip Pfaller
Wissenschaftlicher Referent Sozial-, Wirtschafts- & Geisteswissenschaften | Sicherheitsforschung
Tel.: +49 (0)89 9901888-164
E-Mail: pfaller@no-spam-pleasebayfor.org  


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