BIONIC

BIONIC

©Andrey Burmakin/AdobeStock

Steckbrief

  • Program: Horizon 2020, Call: SC1-DTH-03-2018
  • Laufzeit: 01/2019 – 12/2022
  • Fördersumme: 4 Mio. Euro, davon 470.000 Euro für Bayern
  • Projektkennzeichen: 826304
  • Koordinator: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), www.dfki.de

Personalisierte Körpersensoren zur Prävention von Skelett-Muskel-Erkrankungen am Arbeitsplatz

2010 legte die EU das so genannte „Lissabon-Ziel“ fest: in der EU sollen mindestens 50 Prozent der älteren Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 Jahren in ein aktives Beschäftigungsverhältnis.  Trotz der inzwischen kräftigen Zuwächse erfüllten 2016 hier lediglich zehn EU-Länder die 50-Prozent-Quote, 2005 waren es nur vier. Erkrankungen und gesundheitliche Probleme sind ein wichtiger Faktor für einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt. In der EU-28 nennen rund 21 % der nicht erwerbstätigen Personen zwischen 50 und 69 Jahren, die eine Rente beziehen, ihre Gesundheit oder eine Behinderung als Hauptgrund für das Ende ihrer Erwerbstätigkeit (Quelle: Eurostat, 2012). Ältere Arbeitnehmer berichten über mehr arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme als jüngere Arbeitnehmer, insbesondere über Muskel- und Skeletterkrankungen (Quelle: Europäisches Parlament, 2011).
Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) führen in Europa die Statistik für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle an und verursachen nicht nur hohe direkte Ausgaben in Form von Behandlungskosten, sondern auch hohe indirekte Kosten durch Ausgleichszahlungen bei Arbeitsausfall (Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin).

Dass auch an MSE erkrankte Arbeitsnehmer aktiv und langfristig am Berufsleben teilnehmen können, hat sich das Projekt BIONIC zur Aufgabe gemacht. BIONIC entwickelt und erforscht dafür digitale Medizintechnologien. Die bisherigen digitalen Werkzeuge zur Entwicklung gesundheitsfördernder Arbeitsplätze bieten hauptsächlich eine allgemeingültige Ergonomie-Analyse unter Verwendung von Digitalkameras oder Bewegungserfassungssensoren (Inertialsensortechnologie) an. Diese One-For-All-Analyse ist jedoch für MSE nicht ausreichend. Eine digitale Lösung zur Unterstützung der Patienten muss nicht nur kontinuierlich und zuverlässig die Bewegungsabläufe des Körpers kontrollieren, um ein wissensbasiertes, medizinisch fundiertes Bewegungscoaching zu ermöglichen. Die Lösung muss zusätzlich personalisierbar sein und auch auf individuelle Besonderheiten Rücksicht nehmen können. Die Entwicklung eines solchen medizinischen Bewegungscoachings basierend auf Wearable-Technologie ist Gegenstand des EU-Projekts BIONIC (Body Information ON an Intelligent Chip). Wearables sind komplexe Sensorsysteme, die am Körper und/oder Kopf getragen werden. Bei BIONIC besteht dieses System aus Sensormodulen als Teil eines konfigurierbaren „Body Sensor Networks“ (BSNs), das der Patient integriert in seiner Kleidung trägt. Bei gesundheitsschädlichen Bewegungen und Symptomen erhält der Anwender in Echtzeit Warnungen und Hinweise vom System, um sofort reagieren zu können.

Das übergeordnete Ziel von BIONIC ist die Entwicklung einer ganzheitlichen, unaufdringlichen, autonomen und datenschutzerhaltenden Plattform für Echtzeitwarnungen und kontinuierliches Coaching.  Dieses Coaching ermöglicht eine Anpassung der Körperhaltung und Bewegungsabläufe am Arbeitsplatz, die die Bedürfnisse und das altersspezifische Fitnessniveau der Belegschaft berücksichtigt.  Das BIONIC-System wird ein Meilenstein in der medizinischen Wearable-Technologie sein.

BIONIC umfasst ein multidisziplinäres Team von Forschern auf den Gebieten Wearable Electronics, Wearables for Health-Anwendungen, Künstliche Intelligenz und Experten für Ergonomie und Anthropometrie, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Datenanalyse und Systemsicherheit. Die Ergebnisse werden von zwei führenden europäischen Unternehmen aus den Bereichen Bauwesen und verarbeitendem Gewerbe unter realen Arbeitsplatzbedingungen validiert.

BayFOR@Work

  • Abgleich der Projektidee mit den Anforderungen der Ausschreibung
  • Intensive fachliche Antragsunterstützung
  • Vermittlung von Kontakten für das „External Expert Advisory Board“

    Kontakt

    Prof. Dr. Didier Stricker

    Prof. Dr. Didier Stricker
    Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
    Trippstadterstr. 122
    67663 Kaiserslautern
    Tel.: +49 631 20575-3500
    E-Mail: didier.stricker@no-spam-pleasedfki.de

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