GH2 Connect Bavaria-Kenya
Bayerisch-kenianische Kooperationsplattform für ein Grünes Wasserstoff-Ökosystem
Erneuerbare Energien als Grundlage für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft in Kenia
Kenia zählt zu den afrikanischen Ländern mit einem besonders hohen Anteil erneuerbarer Energien. Bereits heute wird der Großteil des Stroms aus Geothermie, Wasserkraft, Wind- und Solarenergie erzeugt. Gleichzeitig wächst der Energiebedarf des Landes kontinuierlich. Bis 2030 will Kenia seine Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen.
Diese Ausgangslage eröffnet neue Möglichkeiten – insbesondere für die Herstellung von grünem Wasserstoff. Grüner Wasserstoff wird mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und gilt als klimafreundlicher Energieträger der Zukunft. Er kann vor allem dort eingesetzt werden, wo Strom nicht direkt genutzt werden kann, etwa bei industriellen Hochtemperaturprozessen, im Verkehr über große Entfernungen oder zur langfristigen Energiespeicherung.
Kenia: Nationale Wasserstoffstrategie und internationale Zusammenarbeit
Um diese Potenziale zu nutzen, hat Kenia im Jahr 2023 eine nationale Strategie für grünen Wasserstoff verabschiedet. Sie legt die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fest, um Schritt für Schritt eine Wasserstoffwirtschaft aufzubauen.
Gleichzeitig steht das Land noch am Anfang dieser Entwicklung. Der Aufbau von Fachwissen, technischen Fähigkeiten, geeigneten Förder- und Investitionsinstrumenten braucht Zeit. Internationale Zusammenarbeit ist deshalb ein entscheidender Erfolgsfaktor, um Erfahrungen zu teilen und den Entwicklungsprozess gezielt zu beschleunigen.
Fokus auf Austausch, Lernen und gemeinsame Lösungen
Genau hier setzt das Projekt aus dem Bund-Länder-Programm (BLP) an. Es schafft eine bayerisch-kenianische Kooperationsplattform, auf der Akteure beider Länder zusammenkommen – aus Wirtschaft, Forschung, Bildung und Verwaltung.
Ziel ist es, voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam praxistaugliche Lösungen für den Einsatz von grünem Wasserstoff zu entwickeln. Die Plattform unterstützt dabei, neue Technologien unter realen Bedingungen zu erproben, Fachkräfte weiterzubilden und langfristige Partnerschaften aufzubauen. So trägt das Projekt dazu bei, den Aufbau einer klimafreundlichen Wasserstoffwirtschaft in Kenia nachhaltig zu unterstützen.
Warum Bayern ein wichtiger Partner im Bereich Wasserstoff ist
Bayern verfügt über umfangreiche Erfahrung im Bereich Wasserstoff und erneuerbare Energien. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, innovative Unternehmen und spezialisierte Netzwerke arbeiten hier eng zusammen und entwickeln neue Technologien und praxisnahe Anwendungen.
Mit seiner Wasserstoffstrategie und seinem Engagement in der internationalen Zusammenarbeit bringt Bayern dieses Wissen gezielt in globale Zukunftsprojekte ein. So werden die bayerischen Kompetenzen mit den großen Energie- und Entwicklungspotenzialen Kenias verknüpft. Davon profitieren beide Seiten: durch den Zugang zu einem wachsenden Zukunftsmarkt sowie durch den Austausch von Erfahrungen, Wissen und Technologien.
Die Rolle der BayFOR und der WKS Bayern-Afrika
Die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) übernimmt Teilaufgaben innerhalb des Gesamtprojektes, die durch ihre Fachbereiche und insbesondere durch die Wissenschaftliche Koordinierungsstelle Bayern-Afrika (WKS Bayern-Afrika) umgesetzt werden.
Die WKS Bayern-Afrika unterstützt den Aufbau und die Vertiefung von Kooperationen zwischen Bayern und afrikanischen Ländern in Wissenschaft, Forschung und Innovation. Damit trägt sie zu einem klaren politischen Auftrag bei: Die bayerische Staatsregierung verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern langfristig zu stärken. Kenia ist seit 2023 Teil der bayerischen Afrikastrategie, insbesondere mit Blick auf erneuerbare Energien und eine klimafreundliche Transformation.
Im Projekt übernimmt die WKS Bayern-Afrika eine vermittelnde Rolle zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Zu ihren Aufgaben gehören:
- Vernetzung
Zusammenbringen bayerischer und kenianischer Akteure aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen. - Austausch und Dialog
Organisation von Veranstaltungen und Formaten, in denen Wissen geteilt und Erfahrungen ausgetauscht werden. - Einbindung bestehender Netzwerke
Anknüpfung an bereits etablierte Initiativen und Netzwerke in Bayern, Europa und Afrika. - Langfristige Perspektive
Unterstützung bei der Entwicklung weiterführender Kooperationen und gemeinsamer Projekte über die Laufzeit des Projekts hinaus.
Mit ihrer Arbeit trägt die WKS Bayern-Afrika dazu bei, internationale Zusammenarbeit in Forschung und Innovation konkret und praxisnah umzusetzen und den Weg für eine nachhaltige, klimafreundliche Energiezukunft zu ebnen.
Projektziele
Ziel des Projekts ist es, den Startschuss für eine dauerhafte Kooperationsplattform für grünen Wasserstoff zwischen Kenia und Bayern zu initiieren. Die Plattform bringt Akteure aus Bayern und Kenia zusammen und unterstützt den Austausch von Wissen, Erfahrungen und praxisnahen Lösungen. Auf diese Weise entsteht schrittweise ein stabiles Umfeld für eine klimafreundliche Wasserstoffwirtschaft.
Im Mittelpunkt stehen:
- Zusammenarbeit fördern
Aufbau langfristiger Partnerschaften zwischen bayerischen und kenianischen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen. - Wissen und Kompetenzen stärken
Austauschformate, Schulungen und gemeinsame Aktivitäten unterstützen den Aufbau von Fachwissen und praktischer Erfahrung im Umgang mit grünem Wasserstoff. - Praxisnahe Erprobung von neuen Technologien ermöglichen
Die Kooperationsplattform wird dauerhaft in Kenia verankert – unter anderem durch ein permanentes Büro und ein Labor mit einer Demonstrationsanlage nordöstlich von Nairobi in einem neuen Innovationspark. Dort können innovative Technologien und Anwendungen unter realen Bedingungen getestet und anschaulich vermittelt werden. - Gemeinsam Lösungen entwickeln
Gemischte Teams aus beiden Ländern arbeiten an konkreten Fragestellungen, etwa zur Nutzung von Wasserstoff in Industrie, Energieversorgung oder Ausbildung. - Frauen gezielt einbinden
Ein Mentoring-Programm vernetzt kenianische und bayerische Expertinnen aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft. Ergänzend werden bedarfsorientierte Weiterbildungen entwickelt und angeboten. - Internationale Vernetzung ausbauen
Die Plattform wird mit bestehenden Netzwerken in Bayern, Deutschland, Europa sowie in afrikanischen Partnerländern verknüpft, um Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Studien- und Delegationsreisen ergänzen das Programm.
Zielgruppen
Das Projekt richtet sich an alle Akteure, die am Aufbau einer klimafreundlichen Energiezukunft in Kenia beteiligt sind oder dazu beitragen können, insbesondere:
- Öffentliche Einrichtungen und Behörden, z. B. Ministerien, Energieagenturen und Regulierungsstellen
- Unternehmen und Start-ups, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus dem Energie- und Technologiebereich
- Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Think Tanks
- Berufsbildungs- und Ausbildungseinrichtungen zur Qualifizierung von Fachkräften für neue Energietechnologien
- Verbände, Cluster, Kammern und Netzwerkorganisationen
BayFOR als Partner
Die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) unterstützt das Projekt als erfahrene Vernetzungs- und Transferorganisation. Ziel ist es, bayerische und kenianische Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung und Verwaltung aktiv in die Zusammenarbeit einzubinden und den Austausch nachhaltig zu stärken.
Die BayFOR übernimmt dabei unter anderem folgende Aufgaben:
- Partner zusammenbringen
Identifikation geeigneter Akteure in Bayern und Kenia und Unterstützung beim Aufbau stabiler Kooperationen. - Brücke zwischen Forschung und Praxis schlagen
Vernetzung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Behörden, Clustern, Verbänden, Unternehmen und Start-ups, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln. - Austauschformate organisieren
Planung und Durchführung von Dialog- und Vernetzungsveranstaltungen, bei denen sich Fachleute aus beiden Ländern austauschen und voneinander lernen können. - Sichtbarkeit schaffen
Kommunikation der Projektaktivitäten und Ergebnisse in Bayern und international sowie Einbindung in bestehende Netzwerke und Initiativen. - Perspektiven über das Projekt hinaus eröffnen
Unterstützung dabei, aus den entstandenen Partnerschaften langfristige Aktivitäten und neue gemeinsame Projekte zu entwickeln.
Förderperiode
Das Projekt wird von Januar 2025 bis Ende Dezember 2026 im Rahmen des Bund-Länder-Programms (BLP) mit rund 980.000 Euro gefördert. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie die Bayerische Staatskanzlei, die mit knapp 780.000 Euro den größten Anteil der Förderung übernimmt.
Konsortium
Das laufende BLP-Projekt baut auf der bestehenden deutsch-kenianischen Zusammenarbeit im Bereich Klima und nachhaltige Entwicklung auf. Es ergänzt das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Vorhaben „Entwicklung der Grundlagen für eine grüne Wasserstoffwirtschaft“ (H2Diplo) in Kenia und stärkt dessen Wirkung durch zusätzliche Vernetzungs- und Kooperationsaktivitäten. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist verantwortlich für die inhaltliche und administrative Durchführung des Projektes.
Zentrale Partner
- Ministry of Energy and Petroleum (MoEP), Kenia
- Kenya Electricity Generating Company PLC (KenGen), Kenia
Projektbeteiligte
- AHK Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika
- Global Women’s Network for the Energy Transition (GWNET)
- H2B Bayern
- Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (BBW)
- Bayerische Forschungsallianz (BayFOR), Deutschland
- Farmat Systems (Kenia)
Weitere Informationen
Kontakt in der BayFOR
M. Sc. Sebastian Kägler
Wissenschaftskoordinator WKS Bayern-Afrika
Telefon: +49 89 9901888-126
E-Mail: kaegler@no-spam-pleasebayfor.org
M. Sc. Melanie Schulte
Teamkoordinatorin und Wissenschaftskoordinatorin WKS Bayern-Afrika
Telefon: +49 89 9901 888-124
E-Mail: schulte@no-spam-pleasebayfor.org

