Projekt TIRCON

Beendetes Projekt (Laufzeit: 01.11.2011 - 31.10.2015)


TIRCON (Treat Iron-Related Childhood-Onset Neurodegeneration) ist ein integriertes Projekt, das im Bereich „Gesundheit“ des 7. Forschungs- rahmenprogramms der Europäischen Union (FP7) verankert ist.  

TIRCON erforscht eine Krankheitsgruppe namens „Neurodegeneration mit Eisenablagerung im Gehirn (Neurodegeneration with Brain Iron Accumulation, NBIA), die durch hohe Eisenwerte im Gehirn gekennzeichnet ist. Diese neurologische Krankheit verläuft in der Regel sehr schwer und beginnt meist schon in der Kindheit. Bislang ist über NBIA wenig bekannt, da sich das Sammeln relevanter Daten aufgrund der Seltenheit der Krankheit äußerst schwierig gestaltet. Aktuell gibt es noch keine wirksame Behandlungsmethode, um die Pantothenatkinase-assoziierte Neurodegenerationen (Pantothenate kinase-associated neurodegeneration, PKAN) oder andere Formen von NBIA aufzuhalten oder gar zu heilen. Dies ist besonders bedauerlich, da sowohl die Eisenablagerungen bei NBIA als auch der biochemische Defekt bei PKAN höchstwahrscheinlich auf eine medikamentöse Behandlung ansprechen würden. Bisher gibt es keine geeigneten randomisierten klinischen Studien über die Krankheit. Der Grund dafür ist nicht das Fehlen von Therapiemethoden, sondern weil die Krankheit derartig selten auftritt, es keine Patientenregister gibt und die weltweite therapeutische Forschung nicht zentral koordiniert wird. Die FP7-Förderung ermöglicht TIRCON, diese Probleme anzugehen und neue Behandlungsmethoden für diese seltene Krankheit zu erforschen.

Am Projekt, das von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) koordiniert wird, sind zwölf weitere Partner aus der ganzen Welt beteiligt. Das Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, ein strukturiertes Netzwerk für die Diagnose und Behandlung von NBIA-Erkrankungen aufzubauen. Dies möchte das Konsortium durch das Zusammenbringen der bestehenden herausragenden, aber weit verstreuten Expertise auf dem Feld der NBIA-Forschung und -Behandlung innerhalb Europas und weltweit erreichen.

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