Virtuelles Alpenobservatorium (VAO)

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Netzwerk „Virtuelles Alpenobservatorium“ vernetzt Klima- und Umweltbeobachtung der alpinen Höhenforschungsstationen

Der Klimawandel beeinflusst unsere Umwelt. Ganz besonders stark trifft das auf die sensible Alpenregion zu. Welche Parameter des Erdsystems sind hier besonders betroffen? Welche Auswirkungen hat das auf die Region? Viele geophysikalische und chemische Prozesse lassen sich von den Observatorien aufgrund ihrer exponierten Lage besonders gut untersuchen. Saubere Luft, wenig störendes künstliches Licht, die große Höhe usw. stellen hervorragende Bedingungen für qualitativ hochwertige Messungen dar, um die vielfältigen Vorgänge im System Erde besser zu verstehen. Deshalb bündelt das Netzwerk „Virtuelles Alpenobservatorium“ (VAO) auf Anregung der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) auf der Zugspitze die Forschungsaktivitäten der alpinen Höhenforschungsstationen in Italien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowenien, Norwegen, Georgien und Deutschland. Das Netzwerk soll laut der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf als Instrument für grenzüberschreitende Klimaforschung und den Konsequenzen dienen.

Erreichen möchten die Wissenschaftler dies, indem sie neben einer verstärkten inhaltlichen Zusammenarbeit auch vorhandene und künftige Messdaten in einem zentralen Alpen-Datenanalysezentrum (AlpEnDAC) zusammenführen. Die informationstechnische Vernetzung des AlpEnDAC mit dem Weltdatenzentrum für Fernerkundung der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen (WDC-RSAT) und dem Leibniz-Rechenzentrum in Garching (LRZ) ermöglicht den Zugriff auf weitere relevante Daten (z. B. satellitenbasierte Messungen) und komplexe numerische Computermodelle. „Durch die länder- und fachübergreifende Kooperation können wir die wissenschaftlichen Fragestellungen in einer inhaltlichen Tiefe beantworten, die ohne diese Infrastruktur nicht möglich wäre“, so Professor Michael Bittner, VAO-Projektkoordinator und Vorsitzender des UFS-Science-Teams. Dabei handelt es sich um Informationen, die etwa der Tourismus-, Wasser-, Energie-, Versicherungs- und Gesundheitssektor, aber auch die Politik benötigt.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz unterstützt diesen Zusammenschluss der Höhenforschungsstationen aktiv, indem es die beteiligten 16 deutschen Partner mit mehr als 3 Millionen Euro für knapp 4 Jahre im Rahmen des FuE-Verbundprojektes „Ausbau und Internationalisierung des Virtuellen Alpenobservatoriums (VAOII“) fördert. Schwerpunkte der FuE-Vorhaben sind die Themen Atmosphäre, alpine Umwelt und alpiner Wasserhaushalt.

Steckbrief

Projektziele und Arbeitsfelder

Ziel der neun unter dem Dach von VAOII durchgeführten FuE-Vorhaben ist es, die Klimaforschung in den Alpen gemeinsam mit den alpinen Höhenforschungsstationen in Italien, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Deutschland grenzüberschreitend und auf Basis vergleichbarer Daten voranzutreiben. Dafür stehen folgende Schwerpunkte im Mittelpunkt:

  • Vernetzung der Höhenforschungsstationen im IT-Bereich, einschließlich Qualitätssicherung und Datenspeicherung
  • Definition und Durchführung gemeinsamer grundlagen- und anwendungsorientierter Forschungsprojekte zu den Themen Klimawandel und -anpassung
  • Wissenschaftliches Begleiten von Klima- und Umweltinitiativen
  • Liefern von Informationen im Hinblick auf Energiewende und Naturgefahren
  • Verbesserung des Hochwasserschutzes
  • Besseres Abschätzen der Wasserressourcen während sommerlicher Trockenphasen
  • Sicherung der touristischen Nutzung der Alpen wie etwa des Wintersports
  • Schaffung eines erweiterten internationalen Forschungskonsortiums im Rahmen einer Beteiligung am europäischen Forschungsprogramm „Horizon 2020

Die Vernetzung der Höhenforschungsstationen in einem zentralen Alpen-Datenanalysezentrum (AlpEnDAC) bildet die Grundlage für den Austausch von zum Teil unterschiedlichen, zum Teil sich ergänzenden Forschungsschwerpunkten. Durch die Durchführung von gemeinsamen Forschungsprojekten nutzen die Wissenschaftler den Mehrwert und die Synergien des Netzwerkes. Übergreifendes Ziel ist die gemeinsame Forschung auch in einen erweiterten europäischen Rahmen zu heben, indem Fördergelder aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der EU, Horizon 2020, beantragt werden. Die Bayerische Forschungsallianz steht den Projektpartnern dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Zielgruppe

Die Projektergebnisse aus den einzelnen VAOII-Vorhaben sind für folgende Akteure von Bedeutung:

  • Wissenschaftliche Gemeinschaft im Bereich der Klima- und Umweltforschung
  • Politische Entscheidungsträger
  • Wirtschaft, insbesondere der Tourismus-, Wasser-, Energie-, Versicherungs- und Gesundheitssektor
  • Interessierte Öffentlichkeit

BayFOR als Partner

Die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) hat die VAO-Partner bei der Beantragung der Fördergelder auf bayerischer Ebene unterstützt und wird auch den weiteren Ausbau des Vorhabens auf europäischer Ebene begleiten. Die BayFOR ist federführend für das administrative Projektmanagement der Vorhaben des VAOII zuständig. Zu den Projektmanagement-Tätigkeiten zählen das organisatorische Management sowie die Organisation der projektinternen Kommunikation. Auch übernimmt die BayFOR Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit.

Laufzeit und Förderung

Das Projekt VAOII hat im Oktober 2013 begonnen. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz fördert die beteiligten 16 deutschen Partner mit mehr als 3 Millionen Euro bis zum 31. Oktober 2017.

Konsortium

Koordiniert wird VAOII durch Professor Michael Bittner vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V./Universität Augsburg mit Unterstützung der BayFOR als administrativem Projektmanagementpartner und des bifa Umweltinstituts in Augsburg als Partner im Bereich Controlling.

Die beteiligten Institutionen sind:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Karlsruher Institut für Technologie
Helmholtz Zentrum München
Umweltbundesamt
Technische Universität München
Ludwig-Maximilians-Universität München
Universität Augsburg
Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation
Umweltforschungsstation Schneefernerhaus GmbH
Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
bifa Umweltinstitut GmbH
Bayerische Forschungsallianz

Assoziierte Partner:

Internationale Stiftung Hochalpine Forschungsstation Jungfraujoch & Gornergrat (Schweiz)
Sonnblick Observatorium (Österreich)
Europäische Akademie Bozen / EURAC (Italien)
Observatoire des Sciences de l'Univers de Grenoble / OSUG (Frankreich)
Arctic Lidar Observatory for Middle Atmosphere Research / ALOMAR (Norwegen)
Abastumani Astrophysical Observatory, Ilia State University (Georgien)
Observatory Otlica, Zentrum für Atmosphärenforschung, Universität Nova Gorica (Slowenien)

Weitere Informationen

Kontakt

Prof. Dr. Michael Bittner

Prof. Dr. Michael Bittner
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Universität Augsburg
Koordination VAO
Tel.: +49 (0)8153 28-1379
E-Mail: michael.bittner@no-spam-pleasedlr.de

Kontakt in der BayFOR

Dipl.-Geogr. Andrea Reiter

Dipl.-Geogr. Andrea Reiter
Stellvertretende Fachbereichsleiterin und wissenschaftliche Referentin Umwelt, Energie & Bioökonomie
Tel.: +49 (0)89 9901888-121
E-Mail: reiter@no-spam-pleasebayfor.org

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