Bayerischer Forschungsverbund ForDigitHealth: Gesund digital leben

Steckbrief

  • Laufzeit: 06/2019-05/2023
  • Fördermittelgeber: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
  • Fördersumme: 3,35 Mio. Euro
  • Sprecher: Prof. Dr. Henner Gimpel, Universität Augsburg, Institut für Materials Ressource Management
  • Partner: Fünf akademische Partner
  • Internet: www.bayfor.org/fordigithealth, https://gesund-digital-leben.de 

Soziale Medien, mobile Endgeräte oder Fitnessarmbänder: Für viele Menschen sind diese Technologien und Medien bereits Alltag. Ihre Nutzung verändert jedoch auch Verhalten und Denkweise. Die Digitalisierung kann trotz all ihrer Errungenschaften einen besonderen, sogenannten digitalen Stress auslösen. Warum genau und wie kann man dem vorbeugen? Das erforscht nun der neue Forschungsverbund ForDigitHealth.

Die Digitalisierung liefert zahlreiche Vorteile für Individuen, Unternehmen und die Gesellschaft: erhöhte Produktivität, gesunkene Transaktionskosten, bessere Information und höhere Lebensqualität. Gleichzeitig hat die intensive Nutzung digitaler Technologien und Medien aber auch Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit der Menschen. Sie kann digitalen Stress auslösen – beispielsweise durch das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit bzw. Entgrenzung von Arbeits- und Privatleben. Oder auch durch die Informationsüberflutung und das damit verbundene Empfinden, schneller arbeiten zu müssen. Auch eine wahrgenommene Leistungsüberwachung sowie die Verletzung der Privatsphäre durch digitale Medien und Technologien können belastend sein. Bei Kindern und Jugendlichen ist auch Cybermobbing ein wichtiges Thema. Insgesamt sind bis jetzt siebzehn verschiedene Faktoren identifiziert, die digitalen Stress auslösen können.

Aufgrund der großen Bedeutung dieses Themas für die Gesellschaft hat das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Fördergelder für die intensive wissenschaftliche Erforschung des Phänomens „digitaler Stress“ zur Verfügung gestellt. Für den Zeitraum von 2019 bis 2023 arbeitet ein interdisziplinärer Verbund von elf Forschungsgruppen an fünf bayerischen Universitäten (Augsburg, Bamberg, Erlangen-Nürnberg, München und Würzburg) daran, zum gesunden Umgang mit digitalen Technologien und Medien beizutragen. Im Forschungsverbund arbeiten Wissenschaftler*innen aus fünf Disziplinen an verschiedenen Themengebieten zusammen. In der Wirtschaftsinformatik ist das Konzept von digitalem Stress, der auch als Technostress bezeichnet wird, seit den 1980er Jahren bekannt. Es gibt aber viele Facetten, die noch weiterer Forschung bedürfen. Die Psychologie forscht intensiv zu Voraussetzungen, Wirkweisen und Implikationen von Stress im Allgemeinen und digitalem Stress im Speziellen. Die Informatik beschäftigt sich im Kontext von digitalem Stress mit menschenzentriertem Design technischer Systeme sowie automatisierter Erkennung von Anzeichen und Folgen von Stress. Die Kommunikationswissenschaft analysiert die Wahrnehmung und Darstellung des Phänomens in den Medien und im Medienalltag. Und die Medizin konzentriert sich schließlich auf physiologische und biomedizinische Auswirkungen von Stress. Diese sich ergänzenden Fachgebiete arbeiten im Verbund an projekt- und themenübergreifenden Fragestellungen zusammen. Unterschiedliche Sichtweisen der Disziplinen und der Einzelprojekte werden so integriert, um das Phänomen digitaler Stress in seiner Gesamtheit zu verstehen und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, beispielsweise durch spezielles Design von digitalen Technologien und Medien oder durch die Vermittlung von Medienkompetenz.

ForDigitHealth hat sich am 7. November 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt und wird nach außen durch einen wissenschaftlichen Sprecher (Prof. Dr. Henner Gimpel, Wirtschaftsinformatik, Universität Augsburg) und eine stellvertretende Sprecherin (Prof. Dr. Elisabeth André, Informatik, Universität Augsburg) repräsentiert. Neben öffentlichen Veranstaltungen, voraussichtlich in Kooperation mit gesellschaftlichen Institutionen und Forschungseinrichtungen, werden die Wissenschaftler des Verbunds in dem Blog „Gesund digital leben“ auf dem Blogportal SciLogs (Verlag Spektrum der Wissenschaft) regelmäßig Beiträge aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit veröffentlichen. Der Verbund kommuniziert auch über seinen Twitter-Kanal (@fordigithealth).

Gefördert durch:

Kontakt

Sabine Toussaint
Geschäftsführerin ForDigitHealth
Tel.: +49 (0) 821 598-4891
E-Mail: ForDigitHealth@no-spam-pleasemrm.uni-augsburg.de

Dieser Beitrag ist Teil des E-Mail-Newsletters Ausgabe Dezember 2019. Zum gesamten Newsletter gelangen Sie hier.

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