EU und Nigeria starten Verhandlungen über Abkommen zu Wissenschaft und Technologie – Neue Impulse für die Bayern-Afrika-Kooperation

24.02.2026
EU und Nigeria starten Verhandlungen über Abkommen zu Wissenschaft und Technologie

Die Europäische Kommission hat im Namen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Nigeria Verhandlungen über ein bilaterales Abkommen zur Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie aufgenommen. Ziel ist es, die Kooperation in Forschung und Innovation strategisch weiterzuentwickeln und politisch zu verankern. 

Politischer Rahmen für langfristige Innovationspartnerschaft

Das geplante Abkommen soll einen strukturierten politischen Rahmen schaffen, um die bisherige Zusammenarbeit systematisch zu evaluieren, gewonnene Erkenntnisse auszuwerten und künftige gemeinsame Maßnahmen festzulegen. Grundlage bilden die prioritären Bereiche der bilateralen Zusammenarbeit sowie die multilaterale 10-Jahres-Innovationsagenda der Afrikanischen Union (AU) und der EU (2023–2033).

Mit dem Abkommen würde Nigeria künftig zu den afrikanischen Staaten zählen, mit denen die EU eine formalisierte Wissenschafts- und Technologiepartnerschaft unterhält. Derzeit bestehen entsprechende bilaterale Abkommen mit Algerien, Ägypten, Marokko, Südafrika und Tunesien.

Erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen von Horizon Europe

Die Kooperation zwischen der EU und Nigeria in Wissenschaft, Technologie und Innovation hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich intensiviert. Grundlage ist der gemeinsame Fahrplan EU-Nigeria, der aus dem 7. EU-Nigeria-Ministertreffen 2020 hervorging.

Nigeria beteiligt sich zunehmend erfolgreich am EU-Rahmenprogramm Horizon Europe sowie an der Globalen Partnerschaft für klinische Studien zwischen Europa und Entwicklungsländern (EDCTP3).

Im Rahmen von Horizon Europe wurden bislang 55 Projekte mit nigerianischer Beteiligung gefördert – insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt. Insgesamt sind 65 nigerianische Organisationen beteiligt, die von einem Fördervolumen von rund 20 Millionen Euro profitieren.

Darüber hinaus ist Nigeria an zwölf EDCTP3-Projekten mit einem Gesamtvolumen von rund 75 Millionen Euro beteiligt. 15 in Nigeria ansässige Organisationen erhalten daraus rund 9 Millionen Euro.

Hintergrund

Die EU hat mit 20 einzelnen Ländern weltweit bilaterale Wissenschafts- und Technologieabkommen geschlossen. Diese basieren auf gemeinsamen Interessen und Prioritäten und dienen der Vertiefung der Forschungs- und Innovationspartnerschaften.

Relevanz für Bayern

Für Bayern ergeben sich aus der vertieften EU-Nigeria-Kooperation neue Chancen für wissenschaftliche Partnerschaften, gemeinsame Forschungsprojekte und Innovationskooperationen in Zukunftsfeldern wie Gesundheitsforschung, nachhaltige Landwirtschaft, Umwelttechnologien und Digitalisierung.

Im Rahmen der Aktivitäten der WKS Bayern-Afrika bietet das entstehende Abkommen eine strategische Grundlage, um bestehende Netzwerke auszubauen, neue Projektpartnerschaften zu initiieren und die internationale Sichtbarkeit bayerischer Akteure im afrikanischen Innovationsraum weiter zu stärken.

Mit der Aufnahme der Verhandlungen setzt die EU ein klares Signal für eine langfristige, partnerschaftliche und innovationsgetriebene Zusammenarbeit mit Nigeria – einem der wichtigsten Wissenschafts- und Technologiestandorte Afrikas.

M.Sc. Melanie Schulte

M. Sc. Melanie Schulte 
Teamkoordinatorin und Wissenschaftskoordinatorin WKS Bayern-Afrika
Telefon: +49 89 9901 888-124
E-Mail: Bayern-Afrika@no-spam-pleasebayfor.org 

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