EU-Kommission veröffentlicht Aktionsplan zur Drohnensicherheit und Drohnenabwehr
Der Aktionsplan soll die EU-Mitgliedstaaten durch koordinierte Maßnahmen unterstützen, nationale Strategien ergänzen und zentrale Prioritäten adressieren. Dazu gehören insbesondere:
- Verbesserung der Vorsorge gegenüber Drohnenbedrohungen
- Ausbau von Erkennungs- und Überwachungskapazitäten
- Bessere Koordinierung von Reaktionen und Einsatzmaßnahmen
- Stärkung der europäischen Verteidigungsbereitschaft
Damit setzt die EU auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden, Industrie, Forschungseinrichtungen und politischen Entscheidungsträgern.
Innovation und industrielle Zusammenarbeit im Fokus
Ein zentraler Bestandteil des Aktionsplans ist die Stärkung der europäischen technologischen und industriellen Basis im Drohnenbereich. Innovation und industrielle Kooperation sollen dazu beitragen, Europa widerstandsfähiger gegenüber neuen Sicherheitsbedrohungen zu machen.
Die EU plant zudem, den Aufbau eines stärkeren europäischen Drohnen-Ökosystems zu fördern. Dazu gehört auch eine intensivere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, etwa im Rahmen einer Drohnenallianz mit der Ukraine, die den Austausch zwischen Regierungen und Industrie stärken soll.
Durch die beschleunigte Entwicklung kostengünstiger Verteidigungstechnologien und deren schnelle Skalierung in der Produktion bildet der Aktionsplan eine wichtige Grundlage für größere europäische Initiativen wie:
- die Europäische Drohnenverteidigungsinitiative
- die Initiative „Eastern Flank Watch“ als Teil des EU-Verteidigungsbereitschaftsfahrplans 2030
EU-Förderprogramme unterstützen Drohnen- und Counter-UAS-Technologien
Die Europäische Union unterstützt bereits heute Forschung und Entwicklung im Bereich Drohnen- und Drohnenabwehrtechnologien. Wichtige Finanzierungsinstrumente sind unter anderem:
- Horizon Europe (Forschungs- und Innovationsprogramm der EU)
- Europäischer Verteidigungsfonds (EDF)
- Europäisches Verteidigungsindustrieprogramm (EDIP)
- SAFE-Darlehen zur Stärkung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
Diese Programme fördern unter anderem Sensorik, KI-basierte Erkennungssysteme, Abwehrtechnologien sowie resiliente Kommunikations- und Überwachungsinfrastrukturen.
Nächste Schritte: Koordinierung mit Mitgliedstaaten
Im nächsten Schritt will die Europäische Kommission Gespräche mit den EU-Mitgliedstaaten aufnehmen, um die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen zu koordinieren. Grundlage ist das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung für die Sicherheit in Europa.
Darüber hinaus plant die Kommission:
- einen strategischen Koordinierungsmechanismus mit den Mitgliedstaaten
- eine enge Zusammenarbeit mit Industrie, Sicherheitsbehörden und dem Europäischen Parlament
Außerdem empfiehlt die Kommission, dass die Mitgliedstaaten nationale Drohnensicherheitskoordinatoren benennen. Diese sollen die Umsetzung der Maßnahmen auf nationaler Ebene begleiten und die Zusammenarbeit innerhalb der EU verbessern.
Kontakt in der BayFOR
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Dr. Alexander Widmann
Teamkoordinator und Wissenschaftlicher Referent Sozial- und Geisteswissenschaften | Sicherheits- und Verteidigungsforschung
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