EU Inc.: EU-Kommission schlägt einheitliches Unternehmensrecht für den Binnenmarkt vor

18.03.2026
EU Inc.: EU-Kommission schlägt einheitliches Unternehmensrecht für den Binnenmarkt vor

Die Europäische Kommission hat mit „EU Inc.“ einen neuen Rechtsrahmen für Unternehmen vorgestellt. Ziel ist es, einheitliche Regeln für die gesamte EU zu schaffen und so Gründung, Wachstum und Skalierung im Binnenmarkt deutlich zu erleichtern. Details zum Vorschlag stellt die Europäische Kommission in ihrer offiziellen Veröffentlichung bereit. Mit dem optionalen Regelwerk – auch als „28. Regime“ bezeichnet – soll Europa als Standort für innovative Unternehmen, Start-ups und Scale-ups gestärkt werden. Einen Überblick über relevante EU-Initiativen für Unternehmen bietet unser EU-Förderzentrum.

Einheitliche Regeln statt 27 Rechtssysteme

Unternehmen in der EU sehen sich derzeit mit 27 nationalen Rechtssystemen und über 60 Gesellschaftsformen konfrontiert. Diese Fragmentierung führt zu Verzögerungen, höheren Kosten und erschwert grenzüberschreitendes Wachstum. 

EU Inc. setzt genau hier an: Künftig soll ein harmonisiertes europäisches Unternehmensrecht zur Verfügung stehen, das Unternehmen freiwillig nutzen können – unabhängig vom Gründungsland.

Unternehmen in 48 Stunden gründen – vollständig digital

Ein zentrales Element des Vorschlags ist die drastische Vereinfachung der Unternehmensgründung:

  • Gründung innerhalb von 48 Stunden
  • Kosten von unter 100 Euro
  • Kein Mindestkapital erforderlich
  • Vollständig digitaler Prozess 

Damit wird ein europaweit einheitlicher Zugang zum Binnenmarkt geschaffen und Bürokratie erheblich reduziert. 

Digitalisierung und zentrale EU-Strukturen

EU Inc. basiert auf einem konsequent digitalen Ansatz:

  • Einmalige Dateneingabe („Once-Only-Prinzip“)  
  • EU-weite Schnittstelle zu Handelsregistern
  • Geplantes zentrales EU-Unternehmensregister
  • Digitale Prozesse für Finanzierung, Aktienübertragungen und Liquidation 

Diese Maßnahmen sollen den administrativen Aufwand deutlich senken und Investitionen erleichtern.

Stärkung von Start-ups und Investitionen in Europa

Der Vorschlag richtet sich besonders an innovative Unternehmen:

  • Vereinfachte Insolvenzverfahren für schnelleren Neustart
  • EU-weite Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
  • Verbesserter Zugang zu Kapital und Börsen
  • Flexiblere Aktienstrukturen 

EU Inc. ist Teil der europäischen Strategie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und soll dazu beitragen, dass Unternehmen in Europa wachsen – statt in andere Märkte abzuwandern

Binnenmarkt als Wachstumstreiber

Mit EU Inc. will die EU das volle Potenzial des Binnenmarktes erschließen. Unternehmen sollen künftig einfacher in allen Mitgliedstaaten tätig sein können – mit einheitlichen Rahmenbedingungen und weniger regulatorischen Hürden.

Der Ansatz folgt dem Konzept eines zusätzlichen europäischen Rechtsrahmens („28. Regime“), der die nationalen Systeme ergänzt, aber nicht ersetzt. 

Nationale Schutzmechanismen bleiben bestehen

Wichtiger Punkt:
Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht bleiben weiterhin Sache der Mitgliedstaaten.

Damit wird sichergestellt, dass bestehende Schutzmechanismen – etwa Mitbestimmungsrechte – erhalten bleiben, während gleichzeitig wirtschaftliche Integration vorangetrieben wird. 

Nächste Schritte auf EU-Ebene

Der Vorschlag wird nun im Europäischen Parlament und im Rat der EU verhandelt. Die Kommission strebt eine Einigung bis Ende 2026 an.

EU Inc. gilt als Schlüsselprojekt für die Weiterentwicklung des Binnenmarktes und zur Förderung von Innovation und Unternehmertum in Europa.

Relevanz für Deutschland und Bayern

Für Unternehmen in Deutschland und insbesondere in innovationsstarken Regionen wie Bayern eröffnet EU Inc. neue Chancen:

  • Einfacherer Zugang zum europäischen Binnenmarkt
  • Schnellere internationale Expansion
  • Verbesserte Rahmenbedingungen für Start-ups und Scale-ups
  • Attraktivere Investitionsbedingungen 

Unternehmen, die sich frühzeitig mit europäischen Programmen und Strategien beschäftigen, können hiervon besonders profitieren – etwa durch gezielte Beratung zu EU-Förderung und Internationalisierung.

Sie möchten wissen, wie Ihr Unternehmen von EU-Initiativen, Förderprogrammen oder neuen Rahmenbedingungen profitieren kann?

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Dipl.-Jur. Natalia García Mozo

Natalia García Mozo
Bereichsleiterin KMU-Beratung
Telefon: +49 89 9901888-171
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