Hightech Agenda Deutschland: Bundesregierung veröffentlicht Roadmaps für Schlüsseltechnologien
Die neuen Technologie-Roadmaps definieren konkrete Ziele, Meilensteine und Entwicklungspfade für zentrale Zukunftstechnologien und sollen gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft, Ländern und weiteren Stakeholdern kontinuierlich weiterentwickelt werden. Parallel dazu startete eine öffentliche Online-Konsultation, die bis Ende Juni 2026 läuft.
Hightech Agenda Deutschland setzt Fokus auf Schlüsseltechnologien
Die Hightech Agenda Deutschland wurde im Juli 2025 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) veröffentlicht. Im Zentrum stehen sechs Schlüsseltechnologien:
- Künstliche Intelligenz (KI)
- Quantentechnologien
- Mikroelektronik
- Biotechnologie
- Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung
- Batterietechnologien und klimaneutrale Mobilität
Ergänzt wird die HTAD durch strategische Forschungsfelder wie Luft- und Raumfahrt, Gesundheitsforschung, Sicherheits- und Verteidigungsforschung sowie Klima- und Nachhaltigkeitsforschung.
Grundlage der nun veröffentlichten Roadmaps waren 26 Partnerdialoge mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern, Wissenschaft und Wirtschaft, die zwischen Januar und April 2026 durchgeführt wurden.
Konkrete Ziele für KI, Quanten, Chips und Biotechnologie
Mit der KI-Roadmap verfolgt die Bundesregierung das Ziel, Deutschland gemeinsam mit europäischen Partnern zu einem weltweit führenden KI-Standort und Leitmarkt für industrielle KI-Anwendungen auszubauen. Geplant ist unter anderem ein „KI-Robotikbooster“ für sogenannte verkörperte KI (Embodied AI), der ab 2026 neue Anwendungen in Robotik und Industrie beschleunigen soll.
Auch Quantentechnologien spielen eine zentrale Rolle in der HTAD. Bis 2030 sollen in Deutschland zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau entstehen. Zusätzlich sollen Quantensensoren künftig für medizinische Anwendungen wie die Früherkennung von Krankheiten eingesetzt werden. Im Bereich Quantenkommunikation setzt die Bundesregierung auf neue Ansätze für cybersichere Datenübertragung.
Die Roadmap zur Mikroelektronik baut auf der Mikroelektronik-Strategie der Bundesregierung von 2025 auf. Ziel ist es, Deutschland als europäischen Spitzenstandort für Chipdesign und Halbleitertechnologien zu etablieren. Neue Chipfabriken, Pilotlinien und ein Kompetenzzentrum für Chipdesign sollen den Transfer von Forschung in industrielle Anwendungen beschleunigen und Lieferketten resilienter machen.
In der Biotechnologie setzt die HTAD auf personalisierte Medizin und innovative Therapien. Bis 2028 soll die erste individualisierte mRNA-Krebsimmuntherapie zugelassen werden. Zusätzlich entsteht mit dem „Berlin Center for Gene and Cell Therapies“ ein neues Innovationszentrum, das bis 2035 mit bis zu 100 Millionen Euro gefördert wird und Raum für bis zu 20 Start-ups bieten soll.
Fusionstechnologie und Batterieforschung als Zukunftsfelder
Im Bereich Fusion verfolgt die Bundesregierung das Ziel, das weltweit erste kommerzielle Fusionskraftwerk in Deutschland zu ermöglichen. Bereits heute entstehen laut Bundesregierung neue Wertschöpfungspotenziale und Arbeitsplätze in der Laser-, Magnet- und Materialforschung.
Auch Batterietechnologien gelten als strategischer Schwerpunkt der Hightech Agenda Deutschland. Mit der Forschungsfertigung Batteriezelle in Münster wurde Ende 2025 erstmals eine funktionsfähige Lithium-Ionen-Batteriezelle entlang einer vollständig europäischen Prozesskette hergestellt. Gleichzeitig sollen neue Batterietechnologien wie Natrium-Ionen-Batterie kritische Rohstoffabhängigkeiten reduzieren und die europäische Technologieentwicklung stärken.
HTAD als „Mitmach-Agenda“ für Forschung und Innovation
Die Bundesregierung bezeichnet die Hightech Agenda Deutschland ausdrücklich als „Mitmach-Agenda“. Die Roadmaps sollen als lebendige Arbeitsdokumente regelmäßig aktualisiert und gemeinsam mit den Umsetzungspartnern weiterentwickelt werden. Weitere Technologie-Roadmaps – unter anderem im Bereich Wasserstoff – befinden sich bereits in Vorbereitung.
Für Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups, KMU und Unternehmen eröffnen sich damit neue Möglichkeiten für Kooperationen, Technologietransfer und europäische Förderprojekte in strategischen Zukunftsfeldern.
Wir unterstützen bayerische Akteure aus Forschung und Innovation gerne dabei, passende europäische Fördermöglichkeiten und internationale Partnerschaften im Umfeld von Schlüsseltechnologien, Innovation und Forschung zu identifizieren.

