EU-Kommission stellt neue Strategie zur Stärkung der globalen Gesundheitsresilienz vor
Die EU reagiert damit auf zunehmende geopolitische Spannungen, sinkende internationale Gesundheitsfinanzierung und wachsende Risiken durch Pandemien, Antibiotikaresistenzen, Desinformation und fragile Gesundheitssysteme. Laut EU-Kommission sind globale Gesundheitsausgaben zwischen 2024 und 2025 real um rund 21 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig nehmen grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen deutlich zu.
Fünf Prioritäten und neun Leitinitiativen
Die Strategie bündelt die europäischen Maßnahmen in fünf zentralen Handlungsfeldern. Dazu gehören:
- die Reform und bessere Koordinierung der globalen Gesundheitsarchitektur,
- die Unterstützung resilienter nationaler Gesundheitssysteme,
- der Ausbau von Pandemieprävention und Krisenreaktion,
- die Diversifizierung globaler Lieferketten für Gesundheitsprodukte,
- sowie die Bekämpfung von Gesundheitsdesinformation und Falschinformationen.
Geplant sind insgesamt neun sogenannte „Flagship Initiatives“, die zwischen 2026 und 2027 starten sollen. Dazu zählen unter anderem neue europäische Hubs für Impfstoffe, Therapeutika und Diagnostik, internationale Netzwerke zur Krankheitsüberwachung sowie Investitionen in Produktionskapazitäten für Arzneimittel und medizinische Technologien in Partnerländern.
Fokus auf Gesundheitsdaten, Forschung und Innovation
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Nutzung digitaler Technologien und Gesundheitsdaten. Die EU verweist dabei auf den European Health Data Space sowie auf KI-gestützte Systeme zur Früherkennung von Krankheitsausbrüchen. Zudem sollen internationale Forschungskooperationen und klinische Studien ausgebaut werden.
Auch der Kampf gegen Gesundheitsdesinformation und sogenannte Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI) spielt eine zentrale Rolle. Die Kommission will den Zugang zu wissenschaftlichen Datenbanken und Genomdaten stärken sowie internationale Kooperationen im Bereich Wissenschaftskommunikation fördern.
Europa setzt auf Partnerschaften und globale Zusammenarbeit
Die EU betont in der Mitteilung ihre Rolle als verlässlicher Partner in der globalen Gesundheitszusammenarbeit. Besonders hervorgehoben werden Kooperationen mit afrikanischen Institutionen, internationalen Organisationen wie der WHO sowie Investitionen über die Global-Gateway-Strategie. Zudem sollen europäische Unternehmen beim Ausbau resilienter Lieferketten und Produktionskapazitäten unterstützt werden.
Für Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Akteure aus dem Gesundheits- und Life-Science-Bereich eröffnen sich damit neue Anknüpfungspunkte für internationale Kooperationen, Fördermöglichkeiten und Beteiligungen an europäischen Innovationsinitiativen.
Kontakt in der BayFOR
Dr. Mikhail Antonkin
Wissenschaftlicher Referent Gesundheitsforschung & Biotechnologie
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