EU stärkt die Bioökonomie: Neue „Bio-based Europe Alliance“ und Investitionsinitiativen sollen Europas Wettbewerbsfähigkeit ausbauen

10.07.2026
EU bioeconomy strategy

Die Europäische Kommission hat neue Initiativen zur Umsetzung der EU-Bioökonomiestrategie vorgestellt. Mit der Bio-based Europe Alliance (BEA), der Bioeconomy Investment Deployment Group (BIDG) sowie einer neuen Expertengruppe für Bioökonomie sollen Innovationen schneller in den Markt gebracht, Investitionen erleichtert und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen biobasierten Kreislaufwirtschaft gestärkt werden.

Bio-based Europe Alliance soll Markteinführung beschleunigen

Mit der neuen Bio-based Europe Alliance (BEA) reagiert die Europäische Kommission auf eine zentrale Herausforderung der europäischen Bioökonomie: Viele innovative Unternehmen entwickeln erfolgreiche Technologien, schaffen jedoch den Übergang von Forschung und Demonstrierung in die industrielle Produktion und den Markt nur schwer.

Die Allianz bringt Hersteller biobasierter Materialien, Produkte und Technologien mit großen europäischen Abnehmern zusammen. Ziel ist es, bis 2030 Unternehmensabnahmevereinbarungen (Offtake Commitments) in Höhe von 10 Milliarden Euro zu mobilisieren. Damit sollen verlässliche Nachfrage geschaffen, Investitionen erleichtert und innovative Lösungen schneller zur Marktreife geführt werden.

Gleichzeitig soll die BEA die strategische Autonomie Europas stärken, indem sie biobasierte Produkte „Made in the EU“ fördert und europäischen Unternehmen mehr Sichtbarkeit im internationalen Wettbewerb verschafft.

Interesse an einer Mitgliedschaft bis 31. Juli 2026 bekunden

Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbände und weitere Organisationen können sich bis 31. Juli 2026 als Gründungsmitglieder der Bio-based Europe Alliance bewerben. Die offizielle Gründung der Allianz ist für den 21. Oktober 2026 im Rahmen des Global Bioeconomy Summit in Dublin geplant.

Die Einreichung einer Interessenbekundung erfolgt über das entsprechende Formular der Europäischen Kommission und muss zusätzlich per E-Mail an ENV-BIOECONOMY-STRATEGY@no-spam-pleaseec.europa.eu übermittelt werden. Die Interessenbekundung stellt noch keine automatische Aufnahme in die Allianz dar; die Auswahl erfolgt im Anschluss durch die Europäische Kommission.

Neue Finanzierungsinitiative für Europas Bioökonomie

Zeitgleich hat die Bioeconomy Investment Deployment Group (BIDG) ihre Arbeit aufgenommen. Die gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und des Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) soll den Zugang zu Finanzierungen für biobasierte Unternehmen verbessern.

Dafür bringt sie Geschäftsbanken, Förderbanken, Venture-Capital-Fonds und institutionelle Investoren zusammen. Ziel ist es, öffentliche und private Investitionen zu mobilisieren und den industriellen Ausbau der europäischen Bioökonomie zu beschleunigen.

Ergänzend unterstützt eine neue Expert Group on Bioeconomy die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der EU-Bioökonomiestrategie sowie bei der Entwicklung nationaler und regionaler Bioökonomiestrategien.

CBE JU: 170,7 Millionen Euro für neue Bioökonomie-Projekte

Bereits im April 2026 hat das Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) seine aktuellen Förderaufrufe veröffentlicht. Insgesamt stehen 170,7 Millionen Euro für 13 Ausschreibungsthemen zur Verfügung. Gefördert werden Forschungs- und Innovationsprojekte, die wettbewerbsfähige, nachhaltige und kreislauforientierte biobasierte Industrien in Europa stärken.

Die Ausschreibungen umfassen drei Förderinstrumente:

  • Research and Innovation Actions (RIA): Entwicklung neuer Technologien, Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen sowie Machbarkeitsstudien.
  • Innovation Actions (IA): Skalierung innovativer Lösungen – von Prototypen bis zur Markteinführung.
  • Coordination and Support Actions (CSA): Vernetzung, Wissenstransfer, Öffentlichkeitsarbeit sowie Verwertung von Forschungsergebnissen. 

Antragsberechtigt sind unter anderem Unternehmen, KMU, Start-ups, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Einreichungsfrist endet am 22. September 2026.

BayFOR unterstützt bei der Antragstellung

Sie möchten sich an einem CBE JU-Projekt beteiligen oder prüfen, ob Ihre Projektidee zu einer der aktuellen Ausschreibungen passt?

Die Expertinnen und Experten der BayFOR beraten Sie bei der Auswahl des passenden Förderinstruments, unterstützen bei der Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Projektidee und begleiten Sie bei der Antragstellung im Rahmen von Horizon Europe und des Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU).

Weitere Informationen:

Dipl.-Jur. Natalia García Mozo

Natalia García Mozo
Bereichsleiterin KMU-Beratung
Telefon: +49 89 9901888-171
E-Mail: mozo@no-spam-pleasebayfor.org

M. A. Susanne Hirschmann
Wissenschaftliche Referentin Umwelt, Energie & Bioökonomie
Telefon: +49 89 9901888-125
E-Mail: hirschmann@no-spam-pleasebayfor.org

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