RAMP startet ersten Förderaufruf: Knapp 41 Millionen Euro für die Rohstoffforschung
Was ist RAMP?
Europa benötigt sichere Rohstoffketten für die Energiewende und für die Digitalisierung. Mit der EU-Partnerschaft RAMP – Raw Materials Partnership for the Green and Digital Transition bündelt die EU Fördermittel mehrerer Länder, um grenzüberschreitende Forschung zu unterstützen. RAMP vereint 56 Partnerorganisationen aus 33 Ländern.
Im Blick steht die gesamte Wertschöpfungskette: von der Erkundung und Gewinnung über Verarbeitung und Produktdesign bis zu Wiederverwendung, Recycling und Rückgewinnung. Insgesamt plant RAMP sieben gemeinsame transnationale Förderaufrufe.
Fast 41 Millionen Euro für internationale Projekte
Der erste Joint Transnational Call 2026 ist seit dem 23. Juni 2026 geöffnet. 40 Förderorganisationen aus 27 Ländern stellen zusammen knapp 41 Millionen Euro bereit. Gefördert werden Forschungs- und Innovationsprojekte, die den Zugang zu Rohstoffen verbessern, Kreisläufe schließen und soziale sowie ökologische Belastungen verringern.
Die Projekte sollen nicht an einzelnen Stationen haltmachen. RAMP erwartet Lösungen, die mehrere Stufen der Rohstoffkette verbinden, verschiedene Fachrichtungen zusammenführen und Wirtschaft, Politik sowie Gesellschaft einbeziehen.
Was fördert der RAMP-Call 2026?
Die Ausschreibung umfasst sechs Themenfelder:
- resiliente Versorgung mit Rohstoffen aus Primärquellen,
- Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen und anderen Sekundärquellen,
- effizienter Rohstoffeinsatz in Produktdesign und Produktion,
- technologische Lösungen für Reparatur, Wiederverwendung und Wiederaufarbeitung,
- neue Geschäftsmodelle und Regeln für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft,
- bessere Daten, Modelle und Analysen für transparente Rohstoff-Wertschöpfungsketten.
Jedes Konsortium wählt ein Hauptthema. Querschnittsfragen gehören dennoch in jeden Antrag. Dazu zählen gesellschaftliche Akzeptanz, Geschlechtergerechtigkeit, offene Wissenschaft sowie das Prinzip “Safe and Sustainable by Design”.
Wer kann sich bewerben?
Ein Konsortium braucht mindestens drei förderfähige Partner aus drei teilnehmenden Ländern. Mindestens zwei dieser Länder müssen EU-Mitgliedstaaten oder mit Horizon Europe assoziierte Staaten sein.
Bewerben können sich unter anderem:
- Hochschulen und Forschungseinrichtungen,
- KMU und große Unternehmen,
- Beratungsunternehmen,
- Kommunen und andere öffentliche Einrichtungen,
- Verbände, Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen (NGO).
Organisationen ohne eigenen Förderzugang dürfen zusätzlich als selbstfinanzierte Partner teilnehmen. Sie zählen jedoch nicht zur vorgeschriebenen Mindestgröße des Konsortiums.
Welche Regeln gelten für deutsche Antragsteller?
Für deutsche Partner gelten neben den internationalen Vorgaben die Förderregeln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Der Projektträger Jülich betreut die nationale Förderung.
Gesucht werden anwendungsorientierte, vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit Nutzen für eine resiliente und nachhaltige Rohstoffversorgung. Die Vorhaben sollen sich in der Regel zwischen den Technologiereifegraden TRL 2 und TRL 7 bewegen. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss.
Bis wann können Projekte eingereicht werden?
Das Verfahren hat zwei Stufen. Zunächst reicht der Koordinator eine Projektskizze für das gesamte Konsortium ein.
Die wichtigsten Termine:
- Einreichungsfrist für Projektskizzen: 22. September 2026, 15 Uhr MESZ
- Ergebnisse der ersten Stufe: voraussichtlich Mitte Dezember 2026
- Frist für Vollanträge: 15. Februar 2027, 15 Uhr MEZ
- Förderentscheidungen: voraussichtlich zwischen Juni und September 2027
- Projektstart: voraussichtlich ab Mitte 2027
Nur ausgewählte Konsortien dürfen einen Vollantrag stellen. Jeder Partner erhält seine Förderung anschließend von der zuständigen nationalen oder regionalen Förderorganisation.
Forschung soll aus Abhängigkeit Handlungsspielraum machen
Der europäische Critical Raw Materials Act verlangt eine sichere, widerstandsfähige und nachhaltige Rohstoffversorgung. Zugleich soll Europa Rohstoffe effizienter nutzen und mehr Materialien im Kreislauf halten. RAMP übersetzt diese politischen Ziele in konkrete Forschungsprojekte.
Für interessierte Teams beginnt die Arbeit deshalb nicht erst mit dem Antrag. Sie müssen früh klären, ob alle Partner national förderfähig sind, welche Aufgaben sie übernehmen und welchen gemeinsamen Nutzen ihr Projekt schafft. RAMP empfiehlt ausdrücklich, vor der Antragstellung Kontakt mit den zuständigen nationalen Ansprechstellen aufzunehmen.
Weitere Informationen
Offizielle RAMP-Ausschreibungsseite 2026
Bei technischen Fragen zur Einreichung von Projektskizzen
Kontakt in der BayFOR
Haben Sie bereits eine Projektidee und möchten eine Projektskizze zur RAMP-Ausschreibung einreichen?
Die Expertinnen und Experten der BayFOR beraten Sie gerne u.a. im Rahmen von Horizon Europe-Ausschreibungen.
Dr. Panteleimon Panagiotou
Fachbereichsleiter Informations-/Kommunikationstechnologien |
Natur- & Ingenieurwissenschaften
Telefon: +49 89 9901888-130
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