Japan tritt Horizon Europe bei: Neue Chancen für internationale Forschungs- und Innovationsprojekte

30.07.2026
Japan tritt Horizon Europe bei

Japan ist seit heute offiziell mit Horizon Europe, dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, assoziiert. Damit erhält eines der weltweit führenden Forschungs- und Innovationsländer Zugang zum größten Teil der kooperativen Forschungsförderung Europas. Für Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Organisationen in Europa – und damit auch in Bayern – eröffnen sich neue Möglichkeiten für internationale Forschungs- und Innovationsprojekte mit einem starken Technologiepartner.

Europa stärkt seine Zusammenarbeit mit einer führenden Innovationsnation

Mit rund 123 Millionen Einwohnern ist Japan das bevölkerungsreichste mit Horizon Europe assoziierte Land. Das Land zählt seit Jahrzehnten zu den weltweit führenden Forschungs- und Innovationsstandorten und verfügt über besondere Stärken unter anderem in den Bereichen Robotik, Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Quantentechnologien, Advanced Materials, Wasserstofftechnologien sowie Gesundheits- und Energieforschung.

Die Assoziierung ist ein wichtiger Meilenstein der strategischen Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und Japan. Sie unterstreicht das gemeinsame Bekenntnis zu wissenschaftlicher Exzellenz, Innovation sowie einer offenen und regelbasierten internationalen Forschungs- und Innovationskooperation.

Fokus auf Säule II: Internationale Verbundforschung stärken

Die Assoziierung umfasst Säule II (Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas) von Horizon Europe. Mit einem Budget von 52,4 Milliarden Euro ist dies der größte Programmteil des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation. Er fördert internationale Forschungs- und Innovationsprojekte, in denen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und weitere Organisationen gemeinsam Lösungen für zentrale gesellschaftliche und technologische Herausforderungen entwickeln.

Gefördert werden unter anderem Projekte in den Bereichen:

  • Gesundheit
  • Klima, Energie und Mobilität
  • Digitalisierung und Künstliche Intelligenz
  • Industrie und Schlüsseltechnologien
  • Ernährung, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt
  • Sicherheit sowie resiliente Gesellschaften

Japanische Einrichtungen können künftig zu denselben Bedingungen wie Organisationen aus den EU-Mitgliedstaaten und anderen assoziierten Ländern an diesen Verbundprojekten teilnehmen, internationale Konsortien koordinieren und EU-Fördermittel erhalten. Gleichzeitig beteiligt sich Japan finanziell an Säule II und trägt damit zur Finanzierung gemeinsamer Forschungs- und Innovationsprojekte bei.

Darüber hinaus bleiben japanische Einrichtungen weiterhin für jene Programmteile antragsberechtigt, die grundsätzlich auch Drittstaaten offenstehen – darunter Excellent Science, Innovative Europe sowie die Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA).

Strategische Antwort auf den globalen Innovationswettbewerb

Mit der Assoziierung verfolgt die Europäische Union das Ziel, ihre Zusammenarbeit mit weltweit führenden Forschungs- und Innovationsnationen auszubauen. In einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und eines verschärften Wettbewerbs um Schlüsseltechnologien stärkt Europa gezielt Partnerschaften mit Ländern, die über leistungsfähige Forschungs- und Innovationsökosysteme verfügen und gemeinsame Werte in Wissenschaft und Innovation teilen.

Nach den jüngsten Fortschritten in der Forschungs- und Innovationskooperation mit Indien vertieft nun auch Japan seine Zusammenarbeit mit Horizon Europe. Beide Partnerschaften unterstreichen die internationale Ausrichtung des EU-Rahmenprogramms und sollen Europas Wettbewerbsfähigkeit in strategischen Zukunftsfeldern stärken.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der EU-Kommission.

Neue Perspektiven für bayerische Projektkonsortien

Für bayerische Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten, exzellente japanische Partner in Horizon-Europe-Konsortien einzubinden. Gerade in technologieintensiven Bereichen wie Robotik, Halbleitern, Quantentechnologien, Advanced Materials, Wasserstoff oder Künstlicher Intelligenz verfügt Japan über international anerkannte Spitzenkompetenzen.

Die Zusammenarbeit mit japanischen Partnern kann die wissenschaftliche Qualität von Konsortien stärken, den Zugang zu komplementärem Know-how erleichtern und die Erfolgschancen von EU-Anträgen erhöhen. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für langfristige Forschungs- und Innovationspartnerschaften zwischen Bayern, Europa und Japan.

BayFOR unterstützt beim Aufbau internationaler Horizon-Europe-Konsortien

Internationale Partnerschaften sind ein entscheidender Erfolgsfaktor in Horizon Europe. Die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) unterstützt bayerische Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Organisationen beim Aufbau internationaler Projektkonsortien, der Suche nach geeigneten Partnern sowie bei der Entwicklung erfolgreicher EU-Anträge im Rahmen der europäischen Forschungs- und Innovationsförderung.

Sie sind an einer Teilnahme an Horizon Europe interessiert und brauchen Unterstützung? Kontaktieren Sie unsere wissenschaftlichen Referent*innen für spezifische Informationen zu einzelnen Fachrichtungen:

Gesundheitsforschung & Biotechnologie
Informations-/ Kommunikationstechnologien | Natur- & Ingenieurwissenschaften
Sozial- und Geisteswissenschaften | Sicherheits- und Verteidigungsforschung 
Umwelt, Energie & Bioökonomie
KMU-Beratung

Kompetenzzentrum für Forschungs- und Innovationsförderung in Bayern, Europa und der Welt

Schnell zum Ziel

Kompetenzzentrum für Forschungs- und Innovationsförderung in Bayern, Europa und der Welt