Forschungsdaten leichter finden und nutzen: Europäisches EOSC-Netzwerk wächst

19.10.2026
Forschungsdaten leichter finden und nutzen: Europäisches EOSC-Netzwerk wächst

Messdaten, Software oder digitale Werkzeuge für die Auswertung: Viele Ressourcen für die Forschung liegen bei unterschiedlichen Einrichtungen in Europa. Die „Open Science Cloud“ (EOSC) vernetzt diese Angebote, damit Forschende sie leichter finden und nutzen können. Jetzt haben 13 weitere digitale Anlaufstellen des Netzwerks den Betrieb aufgenommen. Sie erleichtern die Zusammenarbeit über Länder- und Fachgrenzen hinweg.

Wer wissenschaftlich arbeitet, muss nicht alle Daten selbst erheben oder jedes Auswertungswerkzeug neu entwickeln. Häufig gibt es bereits geeignete Ressourcen bei anderen Forschungseinrichtungen. Diese zu finden und Zugang zu erhalten, kann jedoch aufwendig sein.

Hier setzt die “European Open Science Cloud” an: Sie verbindet bestehende Datenbestände, Werkzeuge und digitale Dienste zu einem europäischen Netzwerk. Forschende sollen dadurch einfacher auf Ressourcen anderer Einrichtungen zugreifen, Daten nachnutzen und gemeinsam an wissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten können.

Was sind die sogenannten EOSC-Knoten?

Die Anbindung an das Netzwerk erfolgt über digitale Anlaufstellen, die als „EOSC-Knoten“ bezeichnet werden. Diese bündeln Forschungsdaten und Dienste von Einrichtungen und machen sie innerhalb des Verbunds zugänglich. Ein Knoten kann beispielsweise Angebote eines Landes oder eines wissenschaftlichen Fachgebiets zusammenführen.

Die EOSC ist damit kein einzelner zentraler Datenspeicher. Sie vernetzt Ressourcen verschiedener Anbieter. Über gemeinsame technische Standards sollen deren Daten und Dienste besser zusammenarbeiten.

Die 13 neu gestarteten Knoten erweitern das Netzwerk erstmals über den bereits bestehenden EOSC-EU-Knoten hinaus. Sie gehören zu insgesamt 27 Knoten, die in zwei Wellen 2025 und 2026 in den Verbund aufgenommen werden.

Welchen Nutzen hat das für die Forschung?

Ein Forschungsteam, das beispielsweise die Folgen von Dürren untersucht, benötigt möglicherweise Umweltdaten aus mehreren Ländern und geeignete Software für deren Auswertung. Die EOSC soll es erleichtern, solche Ressourcen zu finden und miteinander zu kombinieren.

Das Netzwerk unterstützt unterschiedliche Fachgebiete – von Gesundheit und Ernährung über Natur- und Ingenieurwissenschaften bis zu Umwelt und Geisteswissenschaften. Auch für künstliche Intelligenz in der Wissenschaft ist der Zugang zu hochwertigen, maschinenverarbeitbaren Daten und Rechenressourcen von Bedeutung.

Weitere Angebote sollen hinzukommen

Der Ausbau des Netzwerks stand im Mittelpunkt des EOSC-Symposiums vom 14. bis 16. Oktober 2026 in Florenz. In der nächsten Phase sollen weitere Anlaufstellen, Datenbestände und Dienste eingebunden werden. Forschende können ihre Anforderungen und Erfahrungen über das EOSC-Nutzerforum in die Weiterentwicklung einbringen.

Sie möchten vorhandene Forschungsdaten und digitale Werkzeuge für Ihre Arbeit nutzen? Informieren Sie sich über die Angebote der European Open Science Cloud und den Resource Hub des EOSC-EU-Knotens.

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